Der RSV Germania 03 trauert um Jürgen Döhrer, der nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren viel zu früh von uns gegangen ist.

 

 

Nach seinen ersten kickenden Gehversuchen bei den Darmstädter Lilien durchlief Jürgen ab der C-Jugend alle „U“-Mannschaften des Rasensportvereins. Der 1984 verpflichtete Trainer Egon Bihn erspähte mit seinem Diamanten-Auge Jürgens Talent und beförderte ihn ad hoc in den Erstmannschaftskader.

 

 

Dort avancierte die „nebenbei“ seine Lehrzeit als Heizungsinstallateur bzw. Lüftungsbauer absolvierende Nachwuchshoffnung ohne Anlaufschwierigkeiten zur Stammkraft. Ergo war es nicht verwunderlich, dass Jürgen gleich in seinem zweiten Aktiven-Jahr wesentliche Stütze des 1986er-Meisterteams war: Champion der Bezirksoberliga Darmstadt (heute Gruppenliga) inklusive Aufstieg in die Landesliga Süd (heute Verbandsliga). 

 

 

Nach seinem größten sportlichen Erfolg half er zwölf Monate später ungeachtet einer in den Knochen steckenden feuchtfröhlichen Saisonabschlussreise gen Ibiza mit, im denkwürdigen Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt vor 1000 Zuschauern in Dreieichenhain gegen Hanau 93 einen 0:1-Halbzeitrückstand in einen rettenden 3:1-Triumph umzubiegen.

 

 

1988 war erstmal Schicht im germanischen Schacht. Jürgen wechselte zum SKV Mörfelden, aber nur um 1990 zum inzwischen in die Bezirksoberliga abgerutschten Rasensportverein heimzukehren. Dem folgenden Intermezzo bei Germania Eberstadt folgte ab 1994 die endgültige Verwurzelung am Grünen Steg: Dauerbrenner für die zweite Mannschaft plus einige Aushilfen bei der „Ersten“.

 

 

Nach Ausklang seiner Aktiven-Ära schnürte Jürgen noch weit bis ins neue Jahrtausend die Altherren-Stiefel. Insgesamt stehen bei ihm 85 Erstmannschaftseinsätze im Ligabetrieb zu Buche. Die massenhaften Nominierungen für Test- und Pokalpartien, während den Stadtmeisterschaften sowie im „1-B“- und im „AH“-Trikot sind nicht mehr in Zahlen zu messen.

 

 

Neben seiner germanischen Karriere darf man auch Jürgens Fan-“Laufbahn“ als schillernd bezeichnen. Dabei blieb er den blau-weißen Klubfarben treu und begleitete sowohl den SV Darmstadt 98 als auch die Schalker Knappen quer durch das Land.

 

 

Als beispielhafte Anekdote seit hier an einen Ausflug Mitte der 1980er nach Gelsenkirchen erinnert, als Jürgen sich nicht scheute, dem Zigarre paffend auf seinem Monopol-Platz beim „Bosch“ kauernden Ernst Kuzorra in feinstem südhessischen Slang so lange seine Bitte nach königsblauen Souvenirs ins Ohr zu flüstern, bis die Kreisel-Legende ihn schmunzelnd mit kostbaren Antiquitäten überschüttete.

 

 

So war er mit Leib und Seele: Stets gut gelaunt, ein witziger Partylöwe vor dem Herrn und primär ein integrer Pfundskerl. Jetzt ist Jürgen von heute auf morgen aus unserer Mitte verschwunden. Wie nebensächlich der Fußball in seiner Funktion als wichtigste Nebensache der Welt wirkt, wurde einem nach den verlorenen Spielen am Sonntag in Modau und Darmstadt wieder einmal schmerzlich bewusst. Die Hiobsbotschaft vom Ableben Jürgen Döhrers erschüttert jeden alteingesessenen Germanen bis ins Mark.

 

 

Jürgen, wir werden Dir für alle Zeiten ein ehrendes Andenken bewahren und Dich nie vergessen. Andächtig senden wir Dir ein letztes Gude und Glückauf, wo immer Du jetzt bist. Unser Mitgefühl gilt deinen vier Kindern, deiner Schwester und deinen Eltern. Die germanische Familie drückt euch.

 

 

 

 

Jürgen (stehend sechster von links) als germanischer Mittelfeldstratege natürlich mittendrin statt nur dabei: Die glorreiche Meistermannschaft der Bezirksoberliga-Saison 85/86. Auf dem Weg zum Landesligaaufstieg war Jürgen in 28 von 32 Spielen mit von der Partie!