Beim fußballerischen Betriebsausflug in den nördlichsten Darmstädter Stadtteil pflasterten am 100. Geburtstag von Klaus Kinski Gegentore den Weg des RSV Germania 03. Sowohl die „Zweite“ als auch die „Erste“ kassierten von Gastgeber TSG Wixhausen eine Handvoll Peitschenhiebe und mussten dementsprechend lädiert die Heimreise antreten.

 

Im Kreisliga C- Match schluckte der germanische Anhang die erste bittere Pille einer gebrauchten Doppelveranstaltung. Nach dem 1:1 zur Pause schwammen zu Beginn des zweiten Abschnitts aufgrund vier quittierten Einschlägen sämtliche Felle davon. Als positiver Aspekt bleibt die Ergebniskosmetik während der Schlussphase haften, welche aber Niederlage Nummer Drei aus den vergangenen vier Partien nicht mehr korrigieren konnte (finaler Score 3:5).

 

Ungeachtet des herzlichen Begrüßungszeremoniell mit TSG-Headcoach Aydin Kurt (hielt zwischen 1992 und 2001 in 215 Punktspielen für den Rasensportverein die Knochen hin) plus der leckeren Labsal am seit gefühlten Jahrzehnten von Gudrun gemanagten Verpflegungsstand schlitterten die blau-weißen Fans direkt nach Anstoß des A-Klassen – Duells vom Regen in die Traufe.

 

Gerade einmal eine Viertelstunde der Strecke war absolviert, als jeder zahlende Gast die Exkursion gen Wixhausen grollend bereute. Dieses Feeling wurde durch einen 0:3-Rückstand ausgelöst, der bereits im Frühstadium der Auseinandersetzung jede Hoffnung auf einen überraschenden Beutezug erstickte.

 

Hanebüchene Abwehrpatzer wurden in Geschenkpapier eingepackt und dem favorisierten Platzhirsch auf dem Silbertablett serviert, während die Germanen dem Resignation-Modus Napoleon Bonapartes nach der Völkerschlacht bei Leipzig 213 Jahre zuvor nacheiferten. Zwar zündete eine Innenverteidiger-Produktion (den parierten Kopfball von Nicklas Buth zimmerte Paul Wolf im Nachklang ins Netz) kurzfristig den Zuversicht-Funken an, der allerdings 180 Sekunden später wegen der nächsten Schlafmützigkeit erbarmungslos gelöscht wurde.

 

Goalie Nikola Rehak betrieb dank einem glänzend aus dem Giebel gefischten Foulelfmeter sogar noch Schadensbegrenzung. Trotzdem konnte man über  diese verkorkste Eröffnungshälfte nur ein verheerendes Fazit bilanzieren: Am 95. Todestag von Thomas Alva Edison wäre dem RSV wahrscheinlich nicht einmal im Glühbirnen-Format ein Licht aufgegangen.

 

Das Ding war ergo schon beim Trank des Pausen-Tees durch. Anders als „HGW“ auf der Hessen-Stute „Walla“ 1956 in Stockholm sprang das Wixhäuser Pferd im zweiten Durchgang nur noch so hoch, wie es musste. Dieses Zügel-Schleifen genügte jedoch allemal, um die Germanen in Schach zu halten und sogar den Score auf 5:1 zu stellen. Die Mühen für eine optische Verbesserung belohnte kurz vor Feierabend Nicklas Buth, indem er nach einem Ingemar Stenmark – Slalomlauf von Marlon Velez Gomez um mehrere Stangen die Kugel zum 2:5-Endstand ins Gehäuse wuchtete.

 

Aufstellung: Rehak, Wolf, Buth, Morris, Kalai, Caruso (46. Tabtab), Velez Gomez, Sabbagh, Botezatu (16. Hakimi), Meier, Köroglu 

Tore: 1:0 Ertl 2. 2:0 Eckert 6. 3:0 Ertl 14. 3:1 Wolf 24. 4:1 Frey 27. 5:1 Gümperlein 62. 5:2 Buth 88. 

Besonderes: RSV-TW Rehak pariert FE von Eckert 35.

 

Zum ersten von zwei aufeinander folgenden Heimspiel-Events begrüßen die germanischen Mannschaften am kommenden Sonntag Gäste aus Eberstadt und Messel. Zum Prolog empfängt das Kreisliga C-Team um 13Uhr als Favorit den benachbarten VfR von der Nußbaumallee, während die Kreisliga A - Auswahl im Anschluss (15Uhr) gegen einen wahrscheinlichen Kontrahenten auf Augenhöhe den Epilog schreibt.

 

Nach zwölfeinhalb Jahren Trennung treffen sich die Erstmannschaftsvertretungen vom RSV Germania und TSG Messel wieder einmal zu einem Punktspiel-Kaffeekränzchen. Vor der Neuauflage scheint der Konsum von Espresso oder Cappuccino empfehlenswert, damit die Wachsamkeit für das hüben wie drüben geltende Ziel Distanzerhalt zur Abstiegszone vom Fleck weg aktiviert ist. Angesichts dieser Konstellation würde ein badischer Bundestrainer a.D. „högschte Konzentration“ einfordern.