Nach einer vierzehntägigen Zwangspause konnte der RSV Germania 03 das am ersten Oktobersonntag gefeierte Erntedankfest nicht nutzen, um im Ober-Ramstädter Stadtteil Modau etwas Fruchtbares vom Baum zu pflücken. Als Gast der zweiten Mannschaft des Kreisoberligisten kassierte die Elf von Trainer Ben Talib die fünfte Niederlage im sechsten Saisoneinsatz (1:2) und bleibt damit im unteren Tabellendrittel der A-Klasse stecken.

 

Bereits zum dritten Mal im Verlauf der aktuellen Runde stand das blau-weiße Ensemble nach einem sogenannten „Fifty-Fifty – Match“ mit leeren Händen da (zuvor in Traisa ebenfalls 1:2 sowie gegen Ober-Ramstadt 2:3). Ausschlaggebend waren zwei binnen weniger Minuten in der Anfangsphase kassierte Gegentore, welche trotz der relativ zeitigen Anschlussbude von Max Meier bis zum bitteren Kehraus nicht mehr mehr kompensiert werden konnten. 

 

Dabei erwischte der Rasensportverein auf dem kleinen Kunstrasen den besseren Start und erarbeitete sich drei gute Möglichkeiten für einen Blitzeinschlag, aber der Torjubel erstickte unisono im Keim. Aufgrund dieser überfallartigen Attacken reagierte der Stadion-DJ der Lohberg-Arena und reformierte durch akustische Veränderungen das optische Wendemanöver. Während den Germanen plötzlich der Hildegard Knef – Oldie „Von nun ging’s bergab“ um die Ohren flog, wurde auf Geheiß von Thomas Gottschalk und Mike Krüger für den Platzhirsch der „Piratensender Powerplay“ angeschaltet. 

 

Innerhalb von 200 Sekunden ließ sich die Gäste-Abwehr doppelt überrumpeln und nach zehn absolvierten Minuten blinkte statt einem theoretisch möglichen 0:3 ein praktisches 2:0 auf der Anzeigetafel. Logisch, dass sich das blau-weiße Innenleben ähnlich bedröppelt wie beim „Sputnikschock“ exakt 69 Jahre zuvor anfühlte, als die Sowjets den ersten künstlichen Erdsatelliten ins All schickten und der westlichen Welt Hörner aufsetzten. 

 

Immerhin blieben die Schützlinge von Ben Talib mit beiden Beinen auf der Erde respektive Wiese und katapultierten dank dem sechsten Saisontreffer von Max Meier (brachialer Abschluss unter das Dach) die Hoffnung zurück. Wenig später roch es gar nach Ausgleich, aber Schiedsrichter Schnellbacher untersagte dem Jubel von Mehmet Köroglu wegen einer zumindest fragwürdigen Abseitsposition die Anerkennung.

 

Im zweiten Abschnitt wurde einigen Akteuren hüben wie drüben eine kleine Dosis Gift in die Galle gespritzt, weshalb das von vielen rassigen Zweikämpfen geprägte Match an Intensität zulegte. Ohne viel Mittelfeldgeplänkel wogte der Werdegang hin und her. Sowohl ein entscheidendes 3:1 als auch ein 2:2 lagen mehrfach in der Luft. Als typische Beispiele von vielen fungierten eine rettende Monstergrätsche von Patrick Dommert an den eigenen Pfosten und auf der anderen Seite eine Glanzparade von Keeper Leon Riemann gegen Paul Wolf. 

 

Weil die Germanen fortan mit Remis-Ergebnissen auf Kriegsfuß stehen (das letzte Punktspiel-Unentschieden liegt fast zwei Jahre zurück), fand der knappe Heimsieg der ihren Erfolg lautstark zelebrierenden „Murrer“ Zweitabteilung Einzug in die Statistik, derweil das Schlusssignal am 131. Wiegenfest von Stummfilm-Legende Buster Keaton in den RSV-Reihen eher geräuschlos über die Bühne ging. Zu allem Überfluss holte sich Marlon Velez Gomez in der finalen Periode noch die Ampelkarte ab und muss beim nächsten wichtigen Liga-Job tatenlos zuschauen. 

 

Aufstellung: Rehak, Wolf, Buth, Velez Gomez, Morris, Dommert, Singh, Botezatu (85. Caruso), Meier, Rippert (78. Sabbagh), Köroglu 

Tore: 1:0 Müller 7. 2:0 Neuschäfer 10. 2:1 Meier 25. 

Bes.: Gelb-Rot Velez Gomez (RSV) 82. & Schwerer (SGM) 89.

 

Nach fast einem Monat unfreiwilligem Pflichtspiel-Entzug vom heimischen Wohnzimmer darf die erste Mannschaft endlich wieder zu Hause auflaufen – und das auch noch zweimal binnen drei Tagen. Den heimischen Doppelpack eröffnet die Kreispokal-Aufgabe am Donnerstagabend ab 19Uhr30 gegen den FC Ober-Ramstadt, der am 13. September auch als letzter Gast den Grünen Steg beehrte und mit einem 3:2 die Kreisliga A – Punkte entführte. Ergo bietet sich eine schnelle Chance zur sportlichen Revanche, um das Ticket ins Berliner Olympiastadion zu zu reservieren. 

 

Am kommenden Sonntag steht dann der Klassen-Alltag im Fokus. Gegen Grün-Weiß Darmstadt hofft der Rasensportverein auf die Verbuchung der saisonalen Debüt-Heimrendite bzw. eine Entspannungspolitik im Ranglisten-Souterrain (Anstoß 15Uhr). Bereits zwei Stunden zuvor (Kick-off 13Uhr) empfängt die „Zweite“ ebenfalls Besuch aus der Heiner-Metropole und misst sich im Kreisliga C – Verfolgerschlager mit der dritten Aktiven-Riege von Rot-Weiß Darmstadt. Im „Gipfeltreffen“ bei DJK/SSG Darmstadt verlor das Reserveteam nach zuvor neun Siegen in Serie zum zweiten Mal hintereinander (0:5) und rangiert nun auf Stufe Drei.