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News - Fussball

Am kommenden Sonntag empfängt der RSV Germania 03 zum nächsten wichtigen Derby den SV St. Stephan. Das Wetteramt prognostiziert für die relevante Kickzeit zwischen 15 und 17 Uhr abwechselnd heitere und wolkige Sequenzen mit einem Durchschnittswert von 14 Grad. Vereinzelte Schauer sind möglich. Aber hoffentlich nicht in einem solchen Ausmaße wie fast genau vor 25 Jahren, als die gleiche Paarung an gleicher Stätte von einer kleinen Sintflut heimgesucht wurde.

 

Es ist der 22. März 1992 und die sportliche Lage wirft vor dem 24. Spieltag der Bezirksoberliga (heute Gruppenliga) folgende Konstellation aus: Der Rasensportverein sitzt mit 25:21 Punkten auf der sechsten Tabellenposition und muss unbedingt gewinnen, um den Anschluss nach ganz oben zu wahren, denn das Führungstrio SKV Mörfelden/Germania Ober-Roden/ SG Riedrode segelt schon einige Seemeilen voraus. Dagegen benötigt der SVS als Ranglistenviertletzter und im Wissen, dass vier Vereine direkt ins Abstiegsgras beißen, jeden Zähler für den Erhalt der Klassenerhaltshoffnung.


Schon einen Tag zuvor öffnet Petrus am Himmelsgewölbe seine Schleusen und überschüttet Pfungstadt mit einem Tränenmeer. Mit äußerster Vorsicht pilgern die auf ein schützendes Auto verzichtenden und mit Regencapes umhüllten RSV-Fans auf dem Bike oder per pedes vom Stadtkern Richtung ihrer kickenden Heimat. Das Überqueren des Grünen Stegs und anderer Brücken erweist sich als gemeingefährlich, denn die Sandbach führt nach ihrem üppigen Nahrungszuwachs Hochwasser.


Zum Glück kommen alle Zuschauer heil an und dürfen erleichtert registrieren, dass Schiedsrichter Weber aus Haßloch trotz der nicht zu stoppenden Gießkannenaktivität grünes Licht für einen Anstoß signalisiert. Allerdings mit einer umzugsbedingten Einschränkung. Da der Rasenplatz einer einzigen Seenplatte gleicht, wird das Match nebenan auf dem Matsch der berühmt-berüchtigten roten Erde (heute Kunstrasen) ausgetragen.


Ergo müssen beide Parteien zunächst einmal die richtigen Stollen auf ihr Schuhwerk montieren. Pünktlich zur Ouvertüre ebbt das Stakkato von oben zumindest ein wenig ab. Auf dem ungewohnten Geläuf kommen die Germanen von Beginn an viel besser mit dem Fritz Walter – Wetter zurecht und frönen ihrer Favoritenrolle. Bereits nach fünf Minuten eröffnet Zlatan („Slatsch“) Grujic den Torreigen, indem er eine Flanke von Thomas Krömmelbein unhaltbar im Gehäuse versenkt. Beflügelt durch die frühe Bude schnürt das heimische Ensemble mit einem Powerplay die Gäste in deren Schwimmbadhälfte ein.


SVS-Coach Karl-Heinz Seyffer (hütete in der Aufstiegssaison der Lilien 77/78 zweimal für Dieter Rudolf den Zweitligakasten und stand 89/90 auch beim RSV in der Trainerverantwortung) versucht von außen seine begossenen Pudel nach vorne zu treiben, doch der Platzhirsch behält das Heft des Handelns in der Hand. In Folge einer schönen Kombination über Grujic und Eric („Schwede“) Horn erzielt Holger Riep nach einer halben Stunde Spieldauer per Drehschuss das 2:0. Noch vor der Halbzeit schraubt Thomas Krömmelbein mit der dritten blau-weißen Einlochung endgültig den Deckel auf das Kräfteverhältnisfass.


Dennoch darf sich das Team von Übungsleiter Rainer Thoma für eine Ertragsverbuchung noch nicht sicher sein. Der Grund ist allerdings weder eigene Nachlässigkeit noch ein SVS-Aufbäumen, sondern der nächste heftige Schauer zum Kehraus des ersten Abschnitts, worauf die Pause eine geschlagene Dreiviertelstunde dauert. Erinnerungen an die deutsch-polnische Wasserschlacht anno 1974 im Waldstadion untermalen den Smalltalk während der langen Unterbrechung. Der Platzsprecher bittet um präparierende Hilfe der Zuschauer, die prompt ihre schützenden Bunker verlassen und durch den Einsatz ihrer fleißigen Hände bzw. mit passender Akustikunterstützung der aus den Lautsprechern dröhnenden Begleitballaden „Singing in the Rain“ und „Am Tag als der Regen kam“  einen Spielabbruch nicht gestatten.


Danach passiert nicht mehr viel. Die Germanen beschränken sich auf einen Verwaltungsprozess und St. Stephan findet keine Mittel, um das Ergebnis zu revidieren. Wenn es nicht so nasskalt gewesen wäre, hätte Torhüterlegende Torsten Schambach in seiner ersten von insgesamt siebzehn germanischen Saisons (!) ein Nickerchen zwischen den Pfosten halten können. So endet die Partie mit einem ungefährdeten 3:0 und komplettiert das erfolgreiche Vergleichswochenende „Pungscht geje Griesem“. 24 Stunden zuvor bezwingt die blau-weiße AH den TuS aus der Zwiebelstadt dank einem geglückten Wendemanöver 3:2. Nach einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand verhindert Seppl Krautzberger mit glänzenden Paraden größeres Ungemach und danach blasen Gerd Utrosa und Pim Bittner (plus einem Eigentor) zur Aufholjagd.


Doch zurück zum eigentlichen Thema: Am Saisonende verpassen sowohl RSV als auch SVS ihre Ziele. Die Germanen landen auf Stufe Vier und Rainer Thoma räumt den Trainerstuhl für Wolfgang Stefani. Fünf Punkte fehlen zur Relegation. Und St. Stephan muss zusammen mit KSV Urberach, Starkenburgia Heppenheim und Opel Rüsselsheim eine Etage hinunter in die Bezirksliga (heute Kreisoberliga). Es dauert 21 Jahre, bis der SVS ab 2013 wieder die Gruppenliga für zwei Jahre bereichert.


Die Statistiken vom März 1992:

RSV: Torsten Schambach, Jens Appelt, Damian Ratsch, Juan Avila (70. Aktan Ak), Eric Horn, Uwe Schulz, Zlatan Grujic, Murad Simsek (60. Eugen Enns), Raymond Agbemanyole, Thomas Krömmelbein, Holger Riep / Trainer Rainer Thoma

SVS: Peking, Catagna, Weimann, Schnell, Weiler, Drechsler, Karl-Heinz Henn (Ex-Germane), Joachim Lindner (Ex-Germane), Fischer, Schmitt, Schopper, Gogol, Ehmann, Löges / Trainer Karl-Heinz Seyffer

Tore: 1:0 Grujic 5. 2:0 Riep 28. 3:0 Krömmelbein 38.

 
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