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Der RSV Germania 03 ließ sich auch im abschließenden Kreisliga A – Einsatz 2019 nicht aus der Erfolgsspur drängen. Ein hart erarbeitetes 3:1 beim SV Weiterstadt sorgte dafür, dass am ersten Advent das blau-weiße Lichtlein in Gestalt von drei weiteren Punkten brennt.

 

Mit dem bereits sechsten Saisonauswärtsdreier verabschiedete sich die Mannschaft von Trainer Erik Appel optimal in die Winterpause (Punktspielfortsetzung erst am 8. März 2020) und wird die Festgans unter dem Weihnachtsbaum als Tabellensechster verspeisen. Das Jahreskehrausmatch auf dem Weiterstädter Kunstrasenplatz stand zwar lange auf der Kippe, aber dank der perfekten Imitation des letztwöchigen Derbytriumphs (1:0-Führung, relativ schmeichelhaftes 1:1 zur Halbzeit und in der zweiten Hälfte durch einen Doppelschlag von Muth und Azevedo alles klar gemacht) musste sich der nie aufsteckende Gastgeber letztendlich der unbändigen Leidenschaft des Rasensportvereins beugen.

 

Für die finale Vorstellung vor der langen Ligaauszeit veränderte Coach Appel seine Startelf auf zwei Positionen (Petrus Baldes und Santo Ylitalo für Tim Saric und Dario Bianco). Kapitän Marius Kollbacher schwor seine Teamkameraden heißblütig ein und die emotionale Ansprache zeigte schnell Wirkung. Bereits in der dritten Minute bediente Ylitalo nach einer energischen Balleroberung Michael Azevedo und dessen präzise Hereingabe musste Sven Muth praktisch nur noch ins Netz lenken.

 

Trotz des erhofft frühen Vorsprungs verloren die Germanen im weiteren Verlauf den Faden – auch weil der Hausherr den kassierten Dämpfer aus den Klamotten schüttelte und selbst die Kontrolle übernahm. Nach und nach wurde der RSV auf Defensivaktivität beschränkt, während die zu überhastet vorgetragenen Konter versandeten. Vor allem in der Schlussphase des ersten Durchgangs wackelte das knappe Guthaben. Mit der allerletzten Aktion vor dem Pausengong realisierte sich der mehrfach anbahnende Ausgleich. Nach einer gelungenen SVW-Offensivstafette war Ognjen Pupovac als Endabnehmer zur Stelle und lochte zum 1:1 ein.

 

Dem kleinen, aber feinen germanischen Anhang schwante zur Halbzeit nichts Gutes, zumal vier Spieler schon den gelben Karton gesehen hatten. Auch die frostigen Temperaturen übermittelte den blau-weißen Fans nicht gerade ein üppiges Quantum Zuversicht – abgesehen vielleicht vom kältegeeichten Berufsoptimisten Peter Büttner („Ich brauch doch keine Handschuhe. Die trag ich nur im Winter…“).

 

Die berüchtigten "Germania-Ultras" kurz vor dem Kick-off in Weiterstadt 

 

Übungsleiter Appel schickte zwei frische Kräfte (Platonow, Prediger) auf den Parcours und erneut benötigten die Germanen lediglich drei Minuten, um das Ergebnis in ihre Richtung zu lenken. Schade, dass die TV-Kameras auf dem SVW-Kickgelände den Geist aufgegeben hatten, denn Sven Muths Traumbude (zauberte die Kugel aus rund 25 Metern punktgenau in den rechten Winkel) wäre eine Nominierung für das Tor des Monats oder eine Einladung zum Knipsen an der Torwand des aktuellen Sportstudios allemal wert gewesen.

 

Dem grandiosen Sonntagsschuss folgten wiederum einige bange Sequenzen, die mit einer Portion Glück und adäquater Abwehrleistung ohne Konsequenzen verhallten. Insgesamt präsentierte sich der RSV aber nun griffiger. Angetrieben von Santo Ylitalo, der noch um seine Chance für den Sprung in den finnischen EM-Kader kämpft, bot sich den Gästen nun der Freiraum zur Resultatsaufstockung. Eine der Gelegnheiten bugsierte Michael Azevedo nach einem zielgenauen Zuspiel von Joaquin Ramm Doman in die Maschen.

 

Damit war es aber immer noch nicht ausgestanden. Insgesamt drei Mal mussten blau-weiße Beine auf der Linie retten oder Keeper Appel mehrfach sein Paradenrepertoire abrufen, während im entgegen gesetzten Sechzehner hochkarätige Dinger zum 4:1 liegen gelassen wurden. Das spielte wenig später keine Rolle mehr, denn der letzte Abpfiff 2019 des eine vorbildliche Unparteiischenleistung abliefernden Ricco Wiegand (jederzeit Herr der Lage und immer die richtigen Entscheidungen treffend) protokollierte den vierten Sieg en block respektive die fünfte ungeschlagene Begegnung am Stück.

 

Unmittelbar vor Schichtende im kickenden Jahresschacht: Die germanische Bank fiebert dem Abpfiff entgegen...

 

Mit 33 Punkten aus achtzehn Spielen lässt es sich für einen Aufsteiger natürlich sehr angenehm überwintern. Auch wenn der Nikolaus erst am nächsten Freitag kommt: Der RSV Germania 03 hat sich in der Kreisliga A großartig zurück gemeldet und schon jetzt den Klassenerhalt im Sack (zumindest keinerlei Abstiegsgefahr, denn zum oberen Relegationsplatz sind es nur vier Zähler Rückstand). Den perfekten Dienstausflug nach Weiterstadt rundete der zuvor absolvierte 2:0-Sieg der zweiten Mannschaft ab. Im germanischen Lager herrscht ergo bereits drei Wochen vor den besinnlichen Tagen Friede, Freude, Eierkuchen….  

       

Aufstellungen:

SVW: Allmacher, Bukovsky, Mayer, Jovanovic (63. Ali), Lentes (58. Sevk), Bortz, Rudolf, Kahlous, Pupovac, Misseri, Denzel

RSV: Appel, Buth (56. Saric), Geppert, Ramm Doman, Boudouhi, Abu Snaineh (46. Prediger), Kollbacher, Ylitalo, Baldes (46. Platonow),  Muth (76. Baldes), Azevedo (87. Abu Snaineh) 

 

Tore:

0:1 Muth 2. 1:1 Pupovac 45. + 2 1:2 Muth 48. 1:3 Azevedo 61.

 

Schiedsrichter:

Ricco Wiegand aus Grasellenbach

 

Gelbe Karten:

Jovanovic, Rudolf, Sevk, Kahlous / Buth, Kollbacher, Abu Snaineh, Boudouhi, Ylitalo

 

Bilder vom Spiel

 

Die glückliche zweite Mannschaft nach ihrem 2:0-Sieg beim SV Weiterstadt