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Alles andere als ein Zugewinn von drei Punkten stand am ersten Spieltag der zweiten Kreisliga A – Halbserie nicht zur Debatte. Der RSV Germania 03 Pfungstadt hakte seine Pflichtaufgabe beim desillusionierten Tabellenvorletzten Hellas Darmstadt mit einem nie gefährdeten 3:0-Arbeitssieg ab und verbuchte den zweiten Auswärtsdreier hintereinander ohne Gegentor.  

 

Obwohl die erste Einnetzung auf dem Kunstrasengeläuf der TSG 46, wo Hellas als Co-Gastgeber seine Heimspiele austrägt, über eine halbe Stunde auf sich warten ließ, brandeten praktisch keine Zweifel auf, dass der Rasensportverein seine Favoritenrolle so wie vor ein paar Wochen während der ersten Hälfte beim zweiten tabellarischen „Kellerkind“ am Müllersteich ad absurdum führt. Zwar verzichtete das Team von Coach Erik Appel auf die Aktivierung des Duos Glanz und Gloria, doch gegen den spielerisch klar unterlegenen Außenseiter genügte die germanische Kombination von Durchsetzungsvermögen und Einsatzwillen für das auch in der Höhe gerechtfertigte respektive einkalkulierte Erfolgserlebnis zum Rückrundenstart.

 

Wenn nicht die „üblichen Pungschter Verdächtigen“ ihrem unterstützenden Mitreiserecht nachgekommen wären (neben dem auf dem Spielberichtsbogen eingetragenen Mannschaftsumfeld zogen die treuen Fans Gerd Utrosa, Seppl Krautzberger, Familie Winkel, das Ehepaar Engelhardt, die Väter Ylitalo und Saric und Peter Büttner wie gewohnt das nasskalte Schmuddelwetter dem heimischen warmen Ofen vor), hätte der Schiedsrichter wohl ein an ein Geisterspiel erinnerndes A-Liga – Match angepfiffen. Hoffentlich wurde den wenigen Zuschauern zuvor ein Mittagessen aufgetischt, denn wegen der außer zwei Kannen heißen Kaffee am Woog herrschenden Verköstigungsebbe drohte ein Hungerast .

 

Coach Appel veränderte seine siegreiche Elf der Vorwoche auf zwei Positionen: Petrus Baldes und Tim Saric rutschten in die Anfangsformation. Überraschenderweise ging die erste Offensivaktion vom abstiegsgefährdeten Heimverein aus, aber der Schuss des Ex-Germanen Georgios Ioannidis verfehlte das Ziel deutlich. Ansonsten nahm der Rasensportverein das Heft des Handelns in die Hand, benötigte aber eine längere Geduldsspanne bis zur erlösenden Führung, weil die erarbeiteten Chancen noch an Abschlusseffizienz litten.

 

In der 35. Minute platzte schließlich der Knoten. Michael Azevedo stoppte im Sechzehner den Ball per Brust und überlistete den Hellas-Keeper mit einem gefühlvollen Heber. Der Bann war ergo gebrochen und noch vor der Pause legte die technisch versiertere Auswahl nach. In Folge einer Kollbacher-Ecke leitete Tim Saric die Kugel zu Azevedo und der germanische Stürmer schnürte durch einen unhaltbaren Direktschuss seinen Doppelpack.

 

Kurz nach dem Wiederbeginn besaß Hellas in Person von Prince Boateng (stand einst ebenfalls beim Rasensportverein unter Vertrag und ist nicht zu verwechseln mit dem früheren Schalke-Profi) ohne echte Gefahrenqualität eine Halbchance zum Anschluss, ehe die Germanen wieder routiniert ihr Pensum abspulten. Die endgültige Klärung der Kräfteverhältnisse entsprang einem Zuckerpass vom aufgrund der erstmaligen finnischen EM-Qualifikation inspirierten Santo „Pukki“ Ylitalo, den Petrus Baldes dankend aufnahm, um den Goalie auszutanzen und zum 3:0 einzuschieben.

 

Im restlichen Matchverlauf beschränkten die Germanen das Geschehen überwiegend auf kontrollierte Verwaltungsmaßnahmen. Gelegenheiten zum Vorsprungsausbau bereicherten ab und an den Woogsportplatz, aber da die Messe längst gelesen war, begnügte sich der blau-weiße Gast mit dem zuvor eingetüteten Profit und überwies beim Kehraus die Saisonpunkte 25 bis 27 auf sein Konto, welche den ausgezeichneten siebten Platz im Kreisliga A – Ranking noch fester zementierten.  

  

Aufstellungen:

Hellas: Manthos, Nikolopoulos, Falcone, Lang, Busmaa (46. Herrera), Gebreigzeher, Denzel (69. T. Benzler), Ioannidis (76. Jawed), A. Benzler, Kaya, Boateng

RSV: Appel, Saric, Buth, Prediger (62. Muth), Ramm Doman, Boudouhi, Abu Snaineh, Ylitalo, Kollbacher, Baldes, Azevedo (76. Siddiqi)

 

Tore:

0:1, 0:2 Azevedo 35., 43. 0:3 Baldes 59.

 

Schiedsrichter:

Bernhard Döll aus Bad Vilbel

 

Gelbe Karten:

Boateng, Kaya / Saric

 

Bilder vom Spiel

 

Nach dem Ausbau des kleinen Erfolgslaufes (sieben Zähler aus den vergangenen drei Begegnungen) müssen die Germanen noch zweimal bis zur Winterpause ran. Vor dem abschließenden Jahresjob am 1. Dezember beim SV Weiterstadt darf sich das kickinteressierte Pfungstadt auf ein emotionales letztes 2019-Heimspiel freuen. Am kommenden Sonntag (24.11.) lautet das Motto in der SGD Arena „Derbytime“, wenn unsere südlichen Nachbarn der Freien Turngemeinde die nicht ganz so beschwerliche Fahrt von der Dr. Horst-Schmidt – Straße Richtung Ostendstraße in Angriff nehmen. Vor dem Anstoß um 14Uhr45 trennen die beiden Rivalen nur sechs Punkte zu Gunsten des RSV. Man kann also von einem spannenden Lokalschmankerl auf Augenhöhe ausgehen. Zuvor stehen sich ab 13Uhr die beiden zweiten Mannschaften für einen Vergleich der Kreisliga C gegenüber. Ein Doppelderby kurz vor den Weihnachtsferien: Fußballherz, was willst Du mehr?