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Das war ein Satz mit X. Am „verflixten“ dreizehnten Kreisliga A - Spieltag kassierte der RSV Germania in Modau die höchste Saisonpleite und gab beim Endergebnis seinem Geburtsjahr die negative Ehre (Null Drei).

 

Erstmals seit dem Wiederaufstieg stieß die Mannschaft von Erik Appel an ihre Grenzen. Bei den zuvor eingesteckten Niederlagen war stets eine Portion Pech mit von der Partie. Davon konnte im Ober-Ramstädter Stadtteil keine Rede sein. Nicht weil der Hausherr eine überragende Leistung darbot, sondern man selbst vergeblich nach adäquaten Mitteln fahndete, um auf dem durchnässten und deshalb überaus schwer bespielbaren Untergrund eine spielerische Linie zu kreieren. Da präsentierten sich die Hausherren auf dem für sie gewohnten Untergrund aus einem anderen Holz. Konsequent bzw. robust im Defensivverbund  und die wenigen Chancen effektiv nutzend zogen die „Murrer“ der Germania den Zahn.

 

Coach Appel beförderte im Vergleich zum verlorenen Heimmatch gegen Viktoria Griesheim II Nicklas Buth, Michael Azevedo und Paul Prediger in die Startelf. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase ohne nennenswerte Höhepunkte stürzte das blau-weiße Kartenhaus erstmals in der 14. Minute ein. Ein einfacher hoher Ball aus der Abwehr landete bei Tim Wüst. Dieser stoppte gekonnt den Ball und überwand Appel mit einem Schuss ins lange Eck.

 

Der frühe Gegentreffer entpuppte sich für die Germanen als pures Gift, während das 1:0 den Gastgebern mal so richtig in die Karten spielte. Zwar hielt der Rasensportverein in den Zweikämpfen voll dagegen und erarbeitete eine optische Überlegenheit, doch in Strafraumnähe war man sowohl mit dem großen als auch kleinen Fußballlatinum überfordert. Die finalen Pässe versandeten oder versprangen auf den „Maulwurfhügeln“ des SGM-Sportgeländes. Modaus Torhüter musste kein einziges Mal ernsthaft eingreifen.

 

Zu allem Überfluss ließ der Schiedsrichter am Ende der ersten Hälfte über fünf Minuten nachspielen (den Grund wollte er auf Anfrage nicht erklären) und zum Kehraus der üppigen Zugabe zappelte es erneut im germanischen Netz. Nach einer Ecke köpfte ein Modauer die Pille Richtung Fünfmeterraum, wo Tim Wüst um Sekundenbruchteile eher als Appel an den Ball kam und seinen Doppelpack schnürte.

 

Wie schon gegen den Sportclub praktiziert reagierte Appel auf den Pausenrückstand mit einem Dreifachwechsel (Baldes, Abu Snaineh und Bianco). Doch trotz den Personalveränderungen und dem Anknipsen des Flutlichts ging den Germanen auch im zweiten Abschnitt kein Licht auf. Das vom Platzhirsch relativ leicht zu verteidigende RSV-Schema erstickte ein erhofftes Wendemanöver im Keim. Immer wieder bissen die blau-weißen Protagonisten bei ihrem stets vorhandenen Vorwärtsdrang auf Granit.

 

So plätscherte die Begegnung dahin. Für die rund zehn treuen Germanen-Anhänger, die mit nach „Murre“ pilgerten, gab es außer heißem Kaffee nichts zum erwärmen, zumal nun Petrus (nicht Baldes, sondern der von ganz oben) seine Schleusen öffnete und die Temperaturen im Einklang mit der Zuversicht vollends in den Keller sackten. Durch einen direkt verwandelten Freistoß setzte Roberto Firinu dem gebrauchten RSV-Dienstausflug die Krone auf und reglementierte, dass auch die fünfte Saisonniederlage mit drei Gegentoren protokolliert wurde.  

 

Der RSV Germania 03 durchschreitet ergo momentan ein Resultatstief und büßte deswegen im Ranking zwei Positionen ein (von Fünf auf Sieben). Das bedeutet zwar die schlechteste Saisonplatzierung, stellte aber für einen Neuling natürlich immer noch ein zufrieden stellendes Zwischenzeugnis aus. Am nächsten Sonntag (03.11.) steht bereits das letzte Vorrundenheimspiel gegen den SV St. Stephan auf dem Fahrplan. Auch der SVS wird mit zwei in Folge eingefangenen Niederlagen ins Rennen gehen und rutschte wegen seiner Durststrecke vom Gipfel auf die dritte Stufe ab. Anstoß in der SGD Arena ist bereits um 14Uhr30. Zuvor empfängt das germanische „1-B“ – Team (ging heute bei der SG Modau ebenfalls leer aus und verlor das Zweitmannschaftsduell 1:2) ab 12Uhr 30 zu einer Kreisliga C – Verpflichtung Kamerun Darmstadt.       

 

Aufstellungen:

Appel, Geppert, Butt, Ramm Doman (46. Abu Snaineh), Boudouhi, Platonow (46. Bianco), Ylitalo, Kollbacher, Muth, Azevedo (46. Baldes)

Bartsch, Soffia, Mertz, Dietrich, Firinu, Schwerer, Tunca (78. Tartarelli), Özkaya, Becker, Karimi (69. Maertins), Wüst

 

Tore:

1:0, 2:0 Wüst 14., 45. 3:0 Firinu 82.

 

Schiedsrichter:

Matthias Weber aus Mossautal

 

Gelbe Karten:

Mertz, Wüst, Karimi / Ylitalo, Boudouhi

 

Bilder vom Spiel