Aktuelles

Irgendwie war am Sonntagnachmittag der Wurm drin. Der RSV Germania 03 fand in seinem neunten Kreisliga A – Match seit dem Wiederaufstieg nicht zu seiner spielerischen Linie und kassierte gegen die TSG 46 Darmstadt eine 2:3-Heimniederlage. Damit schaute die Mannschaft von Erik Appel vor eigenem Publikum zum zweiten Mal hintereinander mit dem identischen Negativscore in die Röhre.

 

Der Sieg für die Gäste vom Woog geht letztendlich in Ordnung, weil sie cleverer bzw. abgezockter agierten und das germanische Team ohne ihren „Aggressiv-Leader“ Marius Kollbacher gegen die geschickt ihre Räume zustellenden Abwehrspieler zu wenig Torgefahr produzierte. Auch eine Portion Pech gesellte sich hinzu, denn die Gegentreffer fielen teilweise genau so kurios wie sich das Wetter präsentierte (erst Dauerregen, dann Sonnenschein und am Ende kräftige Windböen).

 

Für Kollbacher, Tim Saric (musste kurz vor dem Anpfiff verletzt passen) und Dario Bianco erhielten Paul Prediger, Kevin Röder und Santeri Ylitalo das Startelf-Recht. Von Anfang an wurde den heimischen Fans bewusst, welch harte Nuss da zu knacken ist. Die schlecht in die Saison eingestiegenen, aber in den letzten Wochen aufsteigende Form beweisenden 46er waren sofort hellwach und hätten eigentlich in der zehnten Minute in Führung gehen müssen, als Bekir Aldemir freistehend den Ball am Kasten vorbei semmelte.

 

Zur gleichen Zeit öffnete ein paar Stockwerke höher Petrus seine Schleusen und schüttete reichliche Wasserergüsse über der SGD Arena aus. Die kickenden Lieblingsbedingungen von Fritz Walter hemmten zusätzlich das germanische Kombinationsspiel und in der 27. Minute legten die Fußballer vom Woog das erste Ei ins RSV-Nest. Nach einem Freistoß köpfte Tobias Schmidtner die Kugel in die Maschen.

 

Auch danach trat die TSG entschlossener auf. Vor allem der auf dem rechten Flügel wirbelnde Idris Abubeker stellte die Germanen vor Probleme. Obwohl das Firmament aufgrund des Regens dunkle Schatten warf, fiel der kurz vor der Halbzeit erzielte Ausgleich praktisch aus heiterem Himmel. Der allererste Schuss auf das 46er-Gehäuse rauschte punktgenau ins Ziel. Absender war Sven Muth, der dadurch seine siebte Saisonbude protokollierte.

 

Während der Pause verdrängte die Sonne das ungemütliche Nass. Doch auch die angenehmeren Temperaturen lockerten nicht den blau-weißen Hemmschuh. Zwar heftete der Hausherr nun das optische Übergewicht an sein Revers und fahndete geduldig nach einer Lücke, aber die Torannäherungen blieben - von wenigen Ausnahmen abgesehen - harmlos. Es folgten die drei entscheidenden Minuten, in denen ein wahres Einschlagstakkato die Szenerie beherrschte, das schließlich im finalen Resultat mündete.

 

Zunächst waren erneut die 46er am Zug. Höchstwahrscheinlich ging der vorbereitenden Phase des 1:2 eine Abseitsstellung voraus, doch die Pfeife des Schiedsrichters „streikte“ und auch der „Kölner Keller“ meldete sich nicht zu Wort. Im direkten Gegenzug schädelte Patrick Geppert nach einer Ylitalo-Ecke die Kugel punktgenau zum 2:2 im Knick ein. Weitere sechzig Sekunden später glitt Appel ein Schüsschen von Jentsch durch die Hosenträger, so dass der Ball im Zeitlupentempo über die Linie trudelte.

 

Sicherlich ein Torwartpatzer, aber menschlich. Deshalb existiert für einen Vorwurf nicht der geringste Anlass. Der „Keeper-Coach“ hat in dieser Saison bereits so manchen Punkt gerettet und solch krumme Pillen mussten auch Legenden wie Seppl Krautzberger oder Norbert Nigbur schon schlucken…

 

In den verbleibenden zwanzig Minuten gelang es der Germania nicht mehr, der Partie den dritten Egalisierungsstempel aufzudrücken. Michael Azevedo boten sich noch zwei gute Gelegenheiten, doch die routinierte TSG schaukelte mit Hilfe all ihrer Erfahrungswerte das Guthaben über die Runden.

 

Trotz der zweiten Niederlage während der laufenden Spielzeit verweilt der Rasensportverein auf dem fünften Kreisliga A – Tabellenplatz. Am nächsten Sonntag erwartet die Mannen von Erik Appel beim nachbarlichen Germanen-Duell in Eberstadt eine Herkulesaufgabe. Auf dem Waldsportplatz treten die „Pungschter“ zunächst nur als Außenseiter an, denn die „Ewerschter“ rangieren auf Stufe Zwei und sind als heißer Aufstiegsaspirant nominiert. Doch es lebt die Hoffnung, dass die Auswärtsstärke (ungeschlagen und erst ein Gegentor) auch beim Favoriten greift. Derbyanstoß ist um 15Uhr.  

    

Aufstellungen:

Appel, Röder (58. Bianco), Geppert, Perkovic, Ramm Doman, Boudouhi, Prediger, Ylitalo, Platonow, Muth, Azevedo

Hüttenberger, Liese, Lortz, Nowak, Bickel (76. Haggi), Nosow (80. Fliegel), Schmidtner, Schuster, Jentsch, Abubeker (87. Zukic)

 

Tore: 0:1 Schmidtner 21. 1:1 Muth 42. 1:2 Aldemir 66. 2:2 Geppert 67. 2:3 Jentsch 68.

 

Schiedsrichter: Sebastian Van Hall aus Dreieich

 

Gelbe Karten: Boudouhi / Schmidtner, Zukic

 

TV-Highlights auf FuPa