Aktuelles

Der RSV Germania 03 riss am Sonntag keinen der das Sportgelände der SKG Gräfenhausen umzäumenden Bäume aus, fand aber nach zwei Pflichtspielniederlagen absolut souverän respektive hochverdient den Weg zurück in die Erfolgsspur. Im achten Saisoneinsatz feierte die Mannschaft von Erik Appel den fünften Sieg (3:0) und verteidigte ihren Spitzengruppennimbus in der Kreisliga A.

 

Damit beendete der Rasensportverein seine „Hausen-Trilogie“ mit einer ausgeglichenen Bilanz (zuvor 1:1 in Schneppenhausen und 2:3 gegen Erzhausen) und peppte die ergebnistechnisch nicht optimal verlaufende englische Woche (neben der ersten Heimpleite seit Mai 2018 setzte es am Donnerstag im Kreispokal eine allerdings keinerlei Maßstab darstellende 1:10-Klatsche gegen die „internationalen Halbprofis“ vom FC Arheilgen) rentabel auf. Der erste Sieg in Gräfenhausen seit den 1970er-Jahren wackelte prinzipiell zu keiner Zeit. Zwei Blitzbuden von Muth und Platonow legten bei einem bemühten, aber dennoch völlig harmlosen Gastgeber die Basis für einen sorgenfrei und reibungslos verlaufenden Dienstausflug. Einziges Manko: Die Konzentration beim Torabschluss. Vor allem in der zweiten Hälfte versiebte der RSV beste Möglichkeiten, was letztendlich nicht ins Gewicht fiel.

 

Auf dem großen und deshalb viel Laufarbeit erforderlichen Kickgelände im Weiterstädter Stadtteil erwischten die Germanen den perfekten Start. Bereits nach einer Viertelstunde waren die Kräfteverhältnisse praktisch geklärt. Sven Muth knipste durch einen Flachsschuss ins linke Eck den Führungsschalter an (7.) und Paul Platonow übernahm den zweiten Einlochstreich, indem er nach einer typischen Kollbacher-Balleroberung plus der anschließenden weiten Flanke von einem missglückten Abwehrversuch profitierte und die Kugel „nur“ noch über die Linie drücken musste (14.).

 

Das rasche 2:0 spielte den matchgestressten Germanen natürlich in die Karten. Nun konnte man sich zurückfallen lassen und auf Konter spekulieren. Gräfenhausen roch zwar einmal am Anschlussverfahren (Kopfball des aufgerückten Verteidigers Rene Laicht knapp am Kasten vorbei) und bei einem strammen Freistoß musste Appel eingreifen, aber ansonsten fehlten den Hausherren die Mittel, um die blau-weiße Defensivabteilung auszuhebeln. Auf der anderen Seite ging der RSV nicht mit letzter Konsequenz auf die dritte Bude und begnügte sich zur Pause mit dem erarbeiteten Guthaben.

 

Noch vor dem Anstoß der zweiten Hälfte sah Coach Appel die einzige gelbe Karte für die Germania. Weil der Schiedsrichter das aus seiner Sicht zu lange Verweilen in der Kabine monierte und der Trainer ihm dies erklärte, wurde er mit dem Verwarnungskarton bedacht. Dieser Abstecher ins Kuriosenkabinett war allerdings schnell vergessen. Der zweite Durchgang bot wenig neue Aspekte an. Die SKG fightete, doch die Verkürzungsambitionen entpuppten sich als bieder und halbgar. Somit stand der Gästeproviant trotz teilweise angezogener Handbremse nie auf der Kippe.

 

„Ärgern“ mussten sich die mitgereisten Fans lediglich über den Chancenwucher ihrer Mannschaft und gefühlt 1903 Abseitspfiffe. Diese „Fusion“ stand lange der definitiv sicheren Punkteverbuchung kontraproduktiv gegenüber, ehe Michael Azevedo endlich einen der zig Hochkaräter in den Maschen versenkte und den Sack endgültig zuschnürte (83.).

 

Aufstellungen:

Von Dungen, Friedrich (70. Bernhardt), Laicht, Pfitzner, Nujic, Beermann, Bausch (58. Langendorf), Kraus, Sahin, Sales, Ritzert (65. Bollard)

Appel, Saric, Geppert, Bianco (87. Röder), Perkovic, Ramm Doman, Boudouhi (70. Ylitalo), Kollbacher, Platonow (46. Baldes), Muth, Azevedo

 

Tore:

0:1 Muth 7. 0:2 Platonow 14. 0:3 Azevedo 83.

 

Schiedsrichter:

Wolfgang Helfrich aus Lautertal

 

Gelbe Karten:

Nujic, Beermann / Appel

 

Bilder vom Spiel

 

Damit bleiben die Germanen auswärts unbezwungen und kassierten in der Fremde erst ein einziges Gegentor. Über die ganze Saison sind erst sechs Einschläge zu beklagen, was den Bestwert in der Kreisliga A bedeutet. Für das Gesamtklassement wirft die Momentaufnahme Platz Fünf aus – also fortan eine ausgezeichnete Positionierung für einen Neuling. Nächste Woche bekommen die Mannen von Erik Appel wieder ein schwereres Kaliber vorgesetzt, wenn die TSG 46 Darmstadt vom Woog an die Pfungstädter Ostendstraße rollt.

 

Die 46er produzierten während ihrer letzten Auswärtsprüfung vierzehn Treffer und rangen am heutigen Spieltag Germania Eberstadt ein 3:3 ab, weshalb der warnende Zeigefinger deutlich sichtbar ist. Der Anstoß in der SGD Arena ertönt um 15Uhr. Das letzte germanische Tor gegen die TSG erzielte übrigens vor rund anderthalb Jahren der als Goalgetter gefürchtete Rene Grosch. Die Frage, ob er deswegen am kommenden Sonntag den blau-weißen Kader bereichert, kann nur Erik Appel beantworten...

 

Zuvor ab 13Uhr messen die zweiten Mannschaften des RSV und der TSG in der Kreisliga C. Anders als die „1-A“ ging die germanische "1-B" in Gräfenhausen völlig überflüssig leer aus und „verschenkte“ einen bis zur 90. Minute haltenden 2:1-Vorsprung. Dann mündeten binnen 180 Sekunden ein vollstreckter Elfmeter und ein direkt verwandelter Freistoß im 2:3-Dämpfer.