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Die drittletzte Saisonrunde respektive der Muttertagsspieltag bescherte dem RSV Germania 03 ein ungeahntes Potpourri an Zuwendungen. Neben dem eigenen 7:0-Erfolg gegen den TSV Nieder-Ramstadt übermittelte das Bodenpreisgeben der beiden Aufstiegsmitbewerber einen schlagartigen Anstieg der Beförderungsaktien. Vor den beiden letzten Ligapartien thront der Rasensportverein wieder auf dem tabellarischen Platz an der Sonne und hat zumindest die Teilnahme an der Relegation schon sicher eingetütet.

 

In der SGD Arena führte der Einbahnstraßenfußball zu drei schnellen Toren, die das ungleiche Duell bereits früh entschieden. Nieder-Ramstadt kämpfte von Beginn an mit Verletzungen (mehrere Spieler schleppten sich humpelnd über das Grün, es gab etliche Unterbrechungen wegen längeren Behandlungen) und stand in der zweiten Hälfte nur noch mit neun Mann auf dem Platz (Ampelkarte kurz vor der Pause und ein knallroter Karton während der Halbzeit). Angesichts des beizeiten protokollierten Sieges ließen die Germanen Gnade vor Recht walten und „begnügten“ sich letztendlich mit einem 7:0-Score.

 

Gegenüber dem dramatischen 4:4 in Bickenbach nahm Coach Oliver Schnepper drei personelle Veränderungen vor – auch weil zwei Leistungsträger (Antonio Martino und Marc Perchner) nicht zur Verfügung standen. Marius Kollbacher, Paul Platonov und Dario Bianco rückten in die Startelf und registrierten mit ihren Mannschaftskameraden, dass die Gäste aus dem Mühltaler Ortsteil vom Fleck weg auf Schadensbegrenzung aus waren und Beton um den eigenen Sechzehner anrührten.

 

Dieser Versuch wurde allerdings bereits in der fünften Minute ad absurdum geführt, als Choumbou nach einer Ecke von Kollbacher in die zweite Etage stieg und zur zeitigen Führung einköpfte. Platonow (12.) und Choumbou (16.) verpassten in bester Abschlussposition das rasche Nachlegen, ehe das identische Muster wie beim 1:0 (Vorarbeit Kollbacher, Verwertung Choumbou) erneut fruchtete. Diesmal lenkte der Goalgetter eine präzise Hereingabe seines Teamkollegen per Spagat über die Linie.

 

Das 3:0 entsprang einer Flanke von Santo Ylitalo. An deren Flugbahnende war Lucas Willenbacher mit dem Kopf zur Stelle. Beim vierten Treffer leistete der sichtlich angeschlagene Nieder-Ramstädter Keeper Hilfeleistung. Nach einem Schuss von Platonow wehrte Kevin Schmidt die Pille unorthodox vor die Füße Choumbous ab, so dass dieser abgezockt seine dritte Bude bejubeln durfte.

 

Zum Kehraus von Abschnitt Eins eröffnete Gästetrainer Martin Bremer (drei Bundesligaeinsätze in der 98er-„Feierabendfußballersaison“ 78/79 für die Lilien) das TSV-Dezimierprogramm. Seine lautstarken Reklamierungslawinen veranlassten Schiedsrichter Eckardt, ihn von der Seitenlinie zu verbannen. Der nächste im Ausschlussbunde war der wenige Minuten zuvor verwarnte Sergen Parlak, der regelkonform mit gelb-rot bestraft wurde. Kurz darauf bat der Referee zum Gang in die Kabine, was aber die Gemütserhitzung nicht linderte. Nach einigen „freundlichen Worten“ an die Adresse des Unparteiischen sah Janis Angelidis rot.

 

Das Nieder-Ramstädter Team trat ergo nur noch mit neun Kickern zum weiten Durchgang an. Allerdings verzichteten die Germanen auf eine Jagd nach zweistelligen Resultatsdimensionen und spendenden mit angezogener Handbremse stattdessen eine Runde Mitleid. „Nur“ noch dreimal musste Kevin Schmidt den Ball aus dem eigenen Netz fischen: Nach Choumbous vierter Tageseinlochung (insgesamt sein dreißigstes Saisontor!), einem Flachschuss von Paul Platonow und der Einschweißpremiere von „Edeljoker“ Aria Jawad Siddiqi.

 

Die imposante bzw. unbezwungene Heimserie (jetzt dreizehn Siege, ein Remis) fand also eine produktive Fortsetzung und wurde nach dem Kehraus aufgrund der aus Germanen-Sicht positiven Kunde von den anderen Schauplätzen kräftig aufgepeppt. Dank dem 1:1 vom SV Hahn II bei GW Darmstadt durfte der RSV die Tabellenführung zurückerobern und wegen dem 3:5 vom VfR Eberstadt bei Sturm Darmstadt ist fix, dass mindestens Rang Zwei (Aufstiegsrelegation) in der Endabrechnung garantiert wird (sieben Punkte Vorsprung auf den VfR bei noch zwei ausstehenden Begegnungen). Ein winziger Zähler beträgt nun das Guthaben zu Grün-Weiß, das am nächsten Sonntag zum Verfolgerkracher in Eberstadt antritt (15Uhr). Zwei Stunden zuvor (13Uhr) ertönt bereits der Anpfiff für die schwere Derbyaufgabe des Rasensportvereins beim wiedererstarkten SV Hahn II. Mehr Infos zu den möglichen Konstellationen im Aufstiegsrennen folgen im Laufe der Woche.  

 

Aufstellungen:

L. Schnepper, Saric (68. Siddiqi), Buth, Bianco, Boudouhi, Willenbacher (51. Geppert), Platonow, Ylitalo, Perkovic, Kollbacher, Choumbou (75. Hadi)

Schmidt, Müller, Freudenreich, Öz, Parlak, Castillo (11. Dolejsky), Korkmaz, Angelidis, Mourad (34. Korkmaz, 63. Farino), Hilz, Haas

 

Tore:

1:0, 2:0 Choumbou 5., 19. 3:0 Willenbacher 24. 4:0, 5:0 Choumbou 42., 61., 6:0 Platonow 64. 7:0 Siddiqi 83.

 

Schiedsrichter:

Marcel Eckardt aus Rodgau

 

Gelbe Karten:

Geppert / Haas, Dolejsky

 

Besonderes: Gelb-Rot Parlak 45., Rot Angelidis in der Halbzeit (beide TSV)