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Glanz und Gloria versprühte der RSV Germania 03 am fünftletzten Spieltag der Kreisliga B beim 5:1 gegen Kamerun Darmstadt sicherlich nicht. Alles andere als der vierte Sieg in Folge stand aufgrund des Potenzialunterschieds zwischen Tabellenführer und Träger der roten Laterne aber nie zur Debatte.

 

Die Konstellation, im 99:1-Favoritenmodus antreten zu dürfen, inspirierte die Germanen nach der vierzehntägigen Pflichtspielunterbrechung zu wenig, um ein Feuerwerk abzubrennen. Das Match war eher als Dienst nach Vorschrift vor den entscheidenden Saisonwochen einzuordnen. Die bereits abgestiegenen Gäste boten in den ersten vierzig Minuten nur zehn Mann zur Gegenwehr auf (zwei Spieler fanden erst kurz vor der Halbzeit den Weg in die SGD Arena), taten das bezüglich ihrer limitierten Möglichkeiten aber vorbildlich. Auch in der zweiten Hälfte ließ sich das afrikanische Team nicht demütigen und hätte am Ende sogar einen zweiten Treffer verdient gehabt.

 

Wie erwartet begann der ewig reizvolle Vergleich Primus contra Schlusslicht mit Einbahnstraßenfußball. Die erhofft frühe Führung verdankten die Germanen allerdings einem Fauxpas vom Gästekeeper, der eine scharfe Flanke von Sven Muth ins eigene Netz boxte. Leon Perkovic legte nach nicht einmal einer absolvierten Viertelstunde das 2:0 drauf, indem er den Ball mit der Brust annahm und per sehenswerten Scherenschlag in den Kasten bugsierte.

 

Das rasch erbeutete Guthaben von zwei Toren verleitete wohl den Hausherren, Kamerun in der Unterschätzungsschublade abzulegen. Anders ist kaum zu erklären, dass die Abwehrabteilung fast im Gegenzug ein kollektives Nickerchen hielt und beim Anschluss körperlos Spalier stand. Danach spielte sich das Geschehen aber wieder im entgegen gesetzten Strafraum ab. Beste Chancen wurden fahrlässig verschleudert. Vor allem Goalgetter Choumbou schien Mitleid mit seinen ehemaligen Mannschaftskameraden zu haben und schoss eine Fahrkarte nach der anderen.

 

Das überfällige 3:1 wurde dann erneut auf dem Konto von Leon Perkovic, der die Pille punktgenau ins lange Eck vollstreckte, gutgeschrieben. Kurz vor der Pause konnte Kamerun wie bereits geschildert sein dezimiertes Kick-Ensemble endlich in eine Elf komplettieren und verhinderte bis zum Seitenwechsel weiteren Flurschaden. Im zweiten Abschnitt verflachte die Partie, auch weil die Germanen mit dem sicheren Sieg vor Augen relativ uninspiriert zu Werke gingen. Oft wurde der besser postierte Mitspieler übersehen. In dieser Phase erarbeitete sich der Rasensportverein nicht gerade den Erwerb eines Ruhmesblattes.

 

So war es nicht verwunderlich, dass ein Standard für die nächste Bude herhalten musste. Marius Kollbacher versenkte nach einer Stunde den Ball präzise in die Maschen. Die tapferen Gäste fighteten unter Aktivierung ihrer letzten Kraftreserven dennoch fortan wagemutig und hätte Larsen Schnepper nicht zweimal reflexartig pariert, wäre sogar die Ergebniskosmetik fällig gewesen.

 

Winterheimkehrer Mohammed Hadi sorgte letztendlich als Joker mit einem satten Linksschuss für den Endstand. Das finale Wort gebührte schließlich noch einmal Kamerun. Unmittelbar vor dem Schlussgong verdaddelte man dreimal freistehend ein zweites Erfolgserlebnis, das die kleine Anhangkolonie in der Südkurve schon lautstark auf den Lippen skandierte.

 

Der 5:1-Erfolg wird sicherlich keinen Einzug in die germanische „Hall of Fame“ erhalten. Aber die Pflicht ist erfüllt. Mehr stand am Sonntagnachmittag prinzipiell nicht auf der Agenda. Klar sollte aber auch sein, dass sich die Schützlinge von Coach Oliver Schnepper auf der vierteiligen Zielgerade steigern müssen, um den hauchdünnen Vorsprung auf die beiden Aufstiegsmitbewerber GW Darmstadt und VfR Eberstadt zu verteidigen. Jede(r) Punktverlust(e) kann jetzt das Ende der Beförderungsträume bedeuten. Deshalb ist am nächsten Sonntag allerhöchste Konzentration gefragt, wenn der RSV bei der heimstarken SKG Bickenbach II gefordert wird. Der Anpfiff in der Nachbargemeinde ertönt bereits um 13Uhr.

      

Aufstellung:

L. Schnepper, Saric, Bianco (57. Platonow), Martino, Boudouhi, Geppert, Kollbacher, Muth, Ylitalo (76. Hadi), Perkovic (66. Siddiqi), Choumbou

 

Tore:

1:0 Eigentor Djokoh 5. 2:0 Perkovic 13. 2:1 Njundom 15. 3:1 Perkovic 28. 4:1 Kollbacher 60. 5:1 Hadi 87.

 

Schiedsrichter:

Udo Becker aus Rimbach  

 

Gelbe Karten:

Ylitalo / Pandjii, Njundom

 

Bilder vom Spiel