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4:0 nach 27 Minuten geführt und am Ende mit Ach und Krach über die Runden gerettet: Ähnlich wie vor einer Woche gegen die SGA II (3:3) spannte der Rasensportverein am Sonntagnachmittag die Nerven aller germanischen Protagonisten gewaltig auf die Folter, ehe der erlösende Schlusspfiff das 4:3 bei der SKG Ober-Beerbach und damit den ersten auf der grünen Wiese errungenen Ligasieg in diesem Jahr reglementierte.

Ohne Hitchcockanleihen gehen die germanischen Spieler anscheinend nach der Winterpause nicht ihrer Arbeit nach, während die blau-weißen Fans derzeit eine erhöhte Dosierung Baldrian für die Aktivitätsbegutachtung ihrer Mannschaft benötigen. Nach einer furiosen ersten halben Stunde hatte das Team von Oliver Schnepper den bis dato zu Hause ungeschlagenen Gastgeber an die Wand gespielt und ein 4:0 vorgelegt, wobei weitere Großchancen noch fahrlässig verschleudert wurden. Die SKG-Verkürzung durch einen zweifelhaften Elfer sorgte noch nicht für größere Beunruhigung, aber nach der Pause glitt dem RSV die Matchkontrolle peu á peu aus der Hand. Die Defensivabteilung nahm teilweise an einen Schwimmkursus teil und ließ Ober-Beerbach Lunte für ein komplettes Wendemanöver  riechen. Nach dem 3:4 hatten die Germanen sogar den Papst in der Tasche, dass der wichtige Auswärtsdreier in die Bilanz einfloss, denn der Hausherr wies neben seinen drei Toren auch insgesamt vier Aluminiumküsse auf.

 

Auf dem bekannt kleinen Kunstrasengeläuf im Ortsteil von Seeheim-Jugenheim quittierten die Germanen in der Anfangsphase ihre erste Blöße, als die Abwehr nach einem schnell ausgeführten Einwurf nicht im Bilde war und Manuel Daum mit seinem Geschoss den Pfosten touchierte. Diese Schrecksunde wurde als Weckruf akzeptiert und von da ging die Post ab Richtung SKG-Gehäuse. Gleich die erste Chance fand den Weg ins Ziel. Nach einem Ylitalo-Freistoß scheiterte Nicklas Buth noch an Keeper Tobias Seitz, ehe Fouad Boudouhi den Abpraller über die Linie drücke.

 

Die erhofft frühe Führung entfachte eine entfesselte Offensivkanonade und die Buden fielen im Dreiminutentakt. Das 2:0 resultierte aus einer Flanke von Choumbou, die Marc Perchner punktgenau in die Maschen köpfte. Kurz darauf holte Perchner zum Doppelschlag aus, indem er eine wunderschöne Kombination über Ylitalo und Willenbacher vollstreckte. 3:0 nach nicht einmal einer Viertelstunde: Solch ein Auftaktelan glich einer optimal platzierten Duftmarke.

 

Doch der germanische Torhunger war noch nicht gestillt. Buths Kopfball in Folge einer perfekt getimten Ylitalo-Ecke rauschte ins lange Eck. Die geschockte SKG meldete sich zwar mit einem Freistoßkracher ans Lattenkreuz dann kurz zu Wort, aber die Hochkaräter trugen fortan germanische Züge. Vor allem Choumbou vergab mehrere gutklassige Möglichkeiten. Leider „leidet“ sein Abschlussrevolver in diesen Tagen an einer für einen Goalgetter manchmal typischen Ladehemmung.

 

Ein sehr fragwürdiger Strafstoß, den Marcel Spengler zum Halbzeitstand verwandelte, entfachte im germanischen Pulk noch keine größeren Befürchtungen vor einem Spannungscomeback. Wohl aber die veränderten Spielanteile des zweiten Abschnitts, denn die „Owern-Beerwischer“ setzten angesichts des deutlichen Rückstand auf die „Alles oder Nichts – Karte“ und bliesen risikofreudig zur Aufholjagd, während der RSV praktisch nur noch verwaltete und die dennoch fortan vorhandenen Konterchancen überhastet verballerte.

 

Trotz der Warnung eines Schusses auf die Alu-Oberkante (54.) wurde das Absicherungsverhalten drakonisch minimiert, so dass eine Viertelstunde vor dem Kehraus der Score plötzlich 3:4 lautete. Adäquate Entlastung fand immer weniger statt. Larsen Schnepper musste sich mehrere Male strecken, um der jetzt in der Luft liegenden Egalisierung Einhalt zu gebieten. Und auch Glücksgöttin Fortuna zog sich nun ein germanisches Trikot über, denn sonst wäre der Hammer von Lukas Busse nicht ans Lattenkreuz, sondern ins Netz gezischt (83.)

 

Rund zehn Minuten und zwei Rudelbildungen später war es nach einer überaus dramatischen Endperiode ausgestanden und die Rückkehr in die Erfolgsspur nach zuletzt zwei sieglosen Auftritten protokolliert. Auch wenn die Schwimmeinlagen der zweiten Hälfe den Alterungsprozess förderten, ist es der Germania dank einer überaus überzeugenden Leistung vor dem Seitenwechsel gelungen, als erste Mannschaft in dieser Saison die komplette Beute vom SKG-Sportgelände zu entführen. Und man bleibt dadurch natürlich dicke im Aufstiegskampfgeschäft, das wohl nur noch aus drei Betriebsleitern besteht. Der RSV und der VfR Eberstadt (punktgleich) sowie GW Darmstadt (ein Zähler dahinter) werden die Jagd nach den Beförderungsaktien untereinander ausfechten. Am nächsten Sonntag (07.04.) steht die Heimaufgabe gegen SKG Gräfenhausen II auf dem germanischen Dienstplan (Anstoß 15Uhr in der SGD Arena).  

 

Aufstellungen:

Seitz, Kleinsorge, Busse, P. Sturm, M. Daum, C. Daum, Meyer, Spengler, Schön (39. Beck), Kehl (78. M. Sturm), Fieweger (46. Stas)

L. Schnepper, Saric, Geppert, Buth, Boudouhi, Kollbacher, Willenbacher (58. Azevedo), Muth, Ylitalo, Perchner (46. Hadi, 80. Martino), Choumbou

 

Tore: 0:1 Boudouhi 8. 0:2, 0:3 Perchner 11., 14. 0:4 Buth 27. 1:4 Spengler 37. FE 2:3, 3:4 M. Daum 66., 79.

 

Schiedsrichter: Manfred Stegmüller

 

Gelbe Karten: M. Daum / Ylitalo, Azevedo, Saric

 

Bilder vom Spiel