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Das war nichts für schwache Nerven. Im tabellarischen Toppduell der Kreisliga B trennte sich der Tabellenzweite RSV Germania 03 am Sonntagnachmittag vom Ranglistenvierten SG Arheilgen II mit 3:3. Nach einer verdienten Halbzeitführung und dem Verpassen des Vorsprungsausbaus rettete die Mannschaft von Oliver Schnepper in der Schlussphase zumindest noch das gleich zwei Serien beendende Unentschieden.

 

Eine Woche nach dem ersten Saisonmatch ohne eigenen erzielten Treffer (0:1 in Hähnlein) wurden durch das 3:3 zwei weitere saisonale Statistikläufe ad acta gelegt. Der finale Score brachte die ersten Punktverluste in der heimischen SGD Arena sowie das Premierenremis (bis dato entweder Hopp oder Topp) an den Tag. Letztendlich müssen und können die Germanen mit dem einen Zähler leben, denn die Arheilger beherrschten weitgehend die zweiten Hälfte und drehten die Kräfteverhältnisse, nachdem der Rasensportverein vor dem Seitenwechsel Chef im Ring war und eine vorzeitige Entscheidung zu seinen Gunsten liegen ließ. Das zweite Jokertor kurz vor dem Abpfiff sicherte dem Rasensportverein schließlich einen wichtigen Zähler, der eventuell noch Gold wert sein könnte.

 

Sowohl personell (Marius Kollbacher, Sven Muth und Santeri Ylitalo rückten nach ihren Kurzurlauben wieder in die Startelf) als auch bezüglich der Einstellung stand gegen die Gäste vom Mühlchen eine andere Mannschaft auf dem Platz. Man merkte schon beim Aufwärmprogramm, dass sich das kickende RSV-Ensemble nach der herben Enttäuschung von Hähnlein eine adäquate Rehabilitation verschrieben hatte. Ein frühes Pressing gestattete der SGA keine respektive wenig Entfaltungsmöglichkeiten und auch spielerisch war vieles wieder im Lot.

 

So ergaben sich auch rasch vorzeigbare Führungschancen, aber Choumbou (2., 13.), Kollbacher (18.) und Boudouhi (22.) verfehlten haarscharf oder scheiterten an SGA-Keeper Nicolay Vizev, der dann in Folge eines Zusammenpralls mit Ylitalo lange behandelt und schließlich ausgewechselt wurde. SGA-Ersatztorwart Roman Prittwitz hütete gerade einmal 180 Sekunden seinen Kasten, als er erstmals den Ball aus dem Netz fischen musste. Mit einer „Tunnelvorlage“ (Zuspiel durch die Beine eines Abwehrspielers) bediente Boudouhi perfekt den freistehenden Michael Azevedo und dieser schloss trocken ins lange Eck ab.

 

Fünf Minuten später legten sich die Germanen ein vorösterliches Ei ins Nest. Nach einem unglücklichen Pressschlag segelte die Kugel (für den neutralen Zuschauer sehenswert) vom Bein Tim Sarics ins eigene Gehäuse. Doch den RSV katapultierte die negative Zufallsaktion nicht aus der Konzeptspur. Als Indiz hierfür dienen ein Kopfball von Azevedo ans Lattenkreuz und die erneute Führung kurz vor der Pause. Winterneuzugang Paul Platonov, zwei Minuten zuvor für den gelb-rot-gefährdeten Ylitalo von Coach Schnepper aktiviert, benötigte keine Anlaufzeit und beförderte die Pille nach einem gelungenen Doppelpass zum 2:1-Halbzeitstand über die Linie.

 

Während des Eröffnungsabschnitts des zweiten Durchgangs musste Lucas Willenbacher eigentlich zum vielleicht bahnbrechenden 3:1 aufstocken. Allerdings zielte er völlig blank vor dem Tor auftauchend vorbei und fand kurz darauf im Schlussmann seinen Meister. Das veranlasste die SGA wohl zum Blasen ins Wendehorn, denn jetzt veränderten sich die Matchanteile. Das germanische Team war fast nur noch auf Sicherung der hauchdünnen Vorlage bedacht und stellte die Produktion von offensiven Entlastungsangriffen ein, derweil die Arheilger Lunte rochen und das Heft des Handelns in die Hand nahmen.

 

Ein völlig missratener Abschlag von Patrick Geppert in die Füße des Gegners mündete dann im 2:2-Ausgleich, der sich als pures Gift für den Hausherr entpuppte. Nach vorne ging kaum noch etwas und hinten wackelte gegen die immer kecker auftretenden Gäste das Defensivbollwerk bedenklich. Fast schon logische Konsequenz war der erstmalige Rückstand, für den sich Thomas Opolony durch einen direkt verwandelten Freistoß verantwortliche zeigte.

 

Nun roch es über der SGD Arena stark nach der zweiten Ligapleite en block. Es spricht natürlich für die Moral, dass die Germanen nicht die Flügel hängen ließen und am Egalisierungsprozess arbeiteten. Kurz vor dem Kehraus der regulären Spielzeit wehrte Torsteher Prittwitz einen Schuss nicht konsequent ab, so dass der ebenfalls als Joker nominierte Francesco Ribello zum 3:3 abstauben durfte. Beinahe wäre der spät erzielte Punkt in der Nachspielzeit noch flöten gegangen, als die Kicker vom Mühlchen mit einem Doppelhochkaräter aufwarteten (einmal klatschte der Ball gegen den Pfosten).

 

In der Analyse von den Leistungsabrufungen der beiden differenzierten Halbzeiten ist das Schlussresultat letztendlich als gerecht einzuordnen. Weil auch Branchenführer VfR Eberstadt zu Hause überraschend nicht über ein Unentschieden hinauskam, bleibt die Germania mit dem Nachbarn auf punktgleicher Augenhöhe. Das Guthaben zum Tabellendritten GW Darmstadt beträgt allerdings nur noch einen Zähler. Die absolute Spitzengruppe ist ergo nach enger zusammen gerückt, was reichlich Spannung für die acht noch wartenden Begegnungen verspricht.

 

Am kommenden Sonntag (31.03.) muss der Rasensportverein bei der SKG Ober-Beerbach wiederum eine gefährliche Klippe umschiffen. Der Aufsteiger ist als stolzer Sechster im Ranking positioniert und wie die Germanen zu Hause noch ungeschlagen! Der Anstoß für diese immens schwere Aufgabe im Ortsteil von Seeheim-Jugenheim ertönt um 15Uhr.

 

Aufstellungen:

L. Schnepper, Saric (88. Azevedo), Geppert, Buth, Boudouhi (71. Martino), Willenbacher (83. Ylitalo), Kollbacher, Ylitalo (42. Platonow), Muth, Azevedo (64. Ribello), Choumbou

Vizev (27. Prittwitz), Müller, Schröpfer, Feller, Elmaaroufi, Goldemann (88. Bouthiba), Adamczyk, Opolony, Lehmann, El Morabit (58. Satian), Haile

 

Tore:

1:0 Azevedo 30. 1:1 Eigentor Saric 34. 2:1 Platonow 45. 2:2 Haile 61. 2:3 Opolony 82. 3:3 Ribello 89.

 

Schiedsrichter:

Heiko Czyab aus Rodgau

 

Gelbe Karten:

Azevedo, Ylitalo, Platonow, Martino / Opolony, El Morabit, Bouthiba

 

Bilder vom Spiel