Aktuelles

Mit quasi dem letzten Personalaufgebot erkämpfte sich der RSV Germania 03 am Sonntag ein eminent wichtiges 3:3-Unentschieden beim direkten Tabellenrivalen Croatia Griesheim. Nach einer 3:1-Pausenführung schienen die Felle aufgrund des zu Beginn der zweiten Hälfte kassierten Doppelschlags davon zu schwimmen. Das blau-weiße Bollwerk wackelte, fiel aber trotz einer neunminütigen Nachspielzeit nicht, so dass der Achtpunktevorsprung auf die Abstiegszone verteidigt werden konnte.

 

Ohne Krimi geht die germanische Mimi nach ihren Gastspielen am „berühmt-berüchtigten“ Dürren Kopf praktisch nie ins Bett. Fast wie erwartet entwickelte sich auch beim jüngsten Kapitel ein packendes Spitz auf Knopf – Duell inklusive diverser Gefühlwechselbäder, zu denen auch Schiedsrichter Bruch einen ungewollten Löwenanteil beisteuerte. Seine kurz nach dem Seitenwechsel gefällte Entscheidung, das geplante Wendemanöver des Platzhirschen durch einen zweifelhaften Elfer zu forcieren, ließ nicht nur die Partie kippen, sondern transportierte auch eine unangenehme Kombination von Stress und Nervosität auf den Ground. Praktisch im Gleichklang verloren sowohl der Referee als auch der Rasensportverein die Kontrolle über das Geschehen. Nach der üppigen Extratime kam die Germania mit einem blauen Auge davon, weil die Kroaten hochkarätige Gelegenheiten für den aus ihrer Sicht dringend benötigten Lucky Punch versiebten.

 

Beim Studium des germanischen Kaders auf dem Spielberichtsbogen schwante den mit in die Zwiebelstadt gejetteten Fans wenig Erbauliches. Erneut musste Trainer Gösta Kiefer aus den differenziertesten Anlässen auf mehrere Kicksäulen verzichten. Auch der frühe Rückstand förderte natürlich nicht den Optimismusvorschuss. Nur drei Minuten, nachdem Michael Azevedos Uwe Seeler – Gedächtnishinterkopfball lediglich ans Lattenkreuz klatschte, durfte der SV Croatia jubeln. Elemin Bihorcic packte seine linke Klebe aus und wuchtete die Kugel in die Maschen.

 

Doch der RSV ließ sich ungeachtet des Blitzdämpfers keineswegs ins Bockshorn jagen und lieferte die passende Antwort ab. Ein blindes Geschwisterverständnis mündete im Ausgleich. Michael Azevedo bediente durch einen perfekten Steckpass seinen Bruder Christian, der schließlich den Keeper ausjonglierte und den Ball ins Netz bugsierte.

 

Die Egalisierung brachte das germanische Selbstvertrauen in Wallung. Nach einem Zuspiel von Santo Ylitalo setzte sich Gordon Choynowski am linken Flügel durch und untermauerte bei der platzierten Verwertung seine aus Drahtseil gefertigten Nerven. Wenig später glichen die Kroaten zwar bezüglich der separaten Registratur von Aluminiumküssen aus, doch den nächsten realen Einschlag beanspruchte wiederum die Germania für sich. Choynowski erspähte seinen Offensivkollegen Michael Azevedo und dieser hob die Pille gefühlvoll über den Goalie in die Maschen. Vier Chancen – Drei Tore: Die Effizienz pro RSV machte im ersten Abschnitt den Unterschied aus.

 

Dies änderte sich allerdings flugs nach dem Re-Start. Die Deutung des Referees auf den Punkt nach einem Schuss aus kürzester Entfernung gegen den angelegten Arm brachte die germanische Bank verständlicherweise auf die Palme. Sämtliche heftige Proteste fruchteten naturgemäß nicht. Croatia versenkte den Strafstoß und düpierte die als Schockfolge vergeblich nach der Orientierung fahndende RSV-Defensive ein weiteres Mal.

 

Der scheinbar beruhigende Halbzeitvorsprung ging ergo rasant über die Wupper und noch war über eine halbe Stunde zu gehen. Der Gastgeber witterte immer mehr Morgenluft, während die ersatzgeschwächten Germanen sich auf die bevorstehende Abwehschlacht einstimmten. Je näher das Kehraus rückte, umso mehr schwanden der von zusätzlichen Verletzungen geplagten Elf von Gösta Kiefer die Kräfte. Sogar Ersatztorhüter Lukas Franke musste als Stoßstürmer in die Bresche springen.

 

Mit dem hilfreichen Segen von Fortuna überstand der die letzten Reserven aktivierende RSV auch die turbulente Extratime. Einmal tanzte der Ball sekundenlang auf der Linie, ehe ein rettendes Bein die Gefahr bereinigte, und Nuancen darauf meisterte Christian Lembke eine abschließende Croatia-Großchance, indem er das Leder nach einem Schuss aus drei Metern magisch an sich zog.

 

Keine Frage: Am Ende mussten die tapfer fightenden Germanen eine große Portion Glück beanspruchen, dass die Begegnung nicht vollends kippte. Auf der anderen Seite ist das Remis dennoch nicht unverdient, weil alle vierzehn anwesenden Spieler emotional und leidenschaftlich ihr letztes Hemd für den wertvollen Teilerfolg gaben, der das Guthaben zum auch in naher Zukunft sicher nicht aufsteckenden SV Croatia im ursprünglichen Format von acht Zählern aufrecht erhielt.                 

 

Aufstellung: Lembke, Kappes (81. Güclüdal, 90. + 8 Franke), Buth, Zemelka (59. Morris) Alkan, Babaei, C. Azevedo, Aldibo, Ylitalo, Choynowski, M. Azevedo (83. Franke, 90. + 7 M. Azevedo)

Tore: 1:0 Bihorcic 11. 1:1 C. Azevedo 19. 1:2 Choynowski 30. 1:3 M. Azevedo 43. 2:3 Mlakic 48. HE 3:3 Blazevic 52.

Schiedsrichter: Jürgen Bruch

Gelbe Karten: Bihorcic, Blazevic, Vedric / Choynowski

 

Das germanische Kreisliga C-Team verlor 0:4 bei Croatia und holt am Dienstagabend (26.04., Anstoß 19Uhr30) eine Hängepartie bei der Spvgg Seeheim-Jugenheim II nach. Am kommenden Sonntag (1.5., Tag der Arbeit) eröffnen die Jungs von Trainer Ersin Güclüdal den nächsten Doppelheimspielnachmittag und empfangen um 12Uhr30 den SV Weiterstadt II. Drei Stunden später (Kick-off 15Uhr30) kreuzen zur Verbuchung wichtiger Kreisliga A – Punkte die ersten Mannschaften beider Klubs die Klingen. Hier wie da will man den Proviant zum Kellerareal verteidigen bzw. vergrößern. Im Hinspiel glückte den Germanen in Weiterstadt ein überraschend deutlicher 7:1-Kantersieg.