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„Tiefste Tiefpunkte“, wie es einst Rudi Völler im legendären Interview mit Waldi Hartmann auf Island formulierte, musste der RSV Germania 03 in den vergangenen Jahren einige konstatieren. Am Sonntag gesellte sich nach einer 0:7-Klatsche im Kreisliga A – Duell gegen Türk Gücü Darmstadt solch ein sportlicher Peitschenhieb hinzu.

 

Ein wesentlicher Faktor der eingehandelten Abfuhr stellten sicherlich die fehlenden Personalternativen dar. Neben dem erkrankten Trainer Gösta Kiefer meldeten sich mehrere kickende Korsettstangen dienstunfähig, so dass der interimsmäßig in die Bresche springende Zweitmannschaftscoach Ersin Güclüdal vor allem eine neue und so noch nie zusammen agierende Defensivabteilung zusammen basteln musste. Das aktuelle Kaderdilemma unterstrich der Blick auf die Bank, wo vier Akteure der „1-B“ Platz nahmen. In der Schlussphase kam sogar der Torwart des Kreisliga C – Teams zu einem Feldspielereinsatz bei der „Ersten“.

 

Trotz zwei schnell kassierten Nadelstichen hielt die germanische „Notelf“ das Geschehen im ersten Durchgang lange offen und fightete engagiert für eine Verkürzungsoption. Doch spätestens nach dem jeweils kurz vor und nach dem Seitenwechsel quittierten Doppelschlag gingen die Köpfe unaufhaltsam nach unten. Hätten der oft im Stich gelassene Keeper Christian Lembke im zweiten Durchgang nicht einige Hochkaräter entschärft bzw. die prinzipiell im Minutentakt mutterseelenallein auf das RSV-Gehäuse zusteuernden Gäste ihre hundertprozentigen Chancen nur annähernd konsequent genutzt, wäre eine zweistellige Klatsche möglich gewesen.

 

Dabei besaß der Hausherr sogar die Debütmöglichkeit der später so einseitigen Auseinandersetzung. Ein strammer Schuss von Marc Perchner zischte nur haarscharf am langen Pfosten vorbei. Doch bereits im direkten Gegenzug nahm das Unheil seinen Lauf. Cihat Cakmak hob die Pille gefühlvoll über Lembke in die Maschen und setzte ein erstes Zeichen, wohin die Reise geht.

 

Wenig später passte ein abgeschickter Kracher von Ahmad Alghabbash genau in den Winkel. Der zweite Dämpfer ließ allerdings den heimischen Ehrgeiz erwachen. Die blau-weißen Platzhirsche stemmten sich gegen das drohende Fußballschicksal, aber entweder hatten sie vergessen, vor dem Anpfiff die geeignete Dosis Zielwasser zu trinken oder Schlussmann Mustafa Özkan war zur Stelle.

 

Mitten in diese kleine Drangperiode erhöhten die Schützlinge von Übungsleiter respektive Ex-Germanen Aydin Kurt nach einem klassischen Konter auf 3:0 und somit war schon zur Halbzeit der Käse praktisch gegessen. Unmittelbar nach dem Wiederanstoß veredelte Burak Özbak einen Freistoß mit dem Hinterteil des Halses und damit einem eigentlich nicht gerade konventionellen Körperteil. Das 0:4 stand symbolisch für den definitiven Genickschlag des Rasensportvereins, der nun in ein ganz tiefes Resignationsloch kullerte.

 

Im restlichen Verlauf überschwemmte eine Angriffslawine nach der anderen den Sechzehner der überforderten Germania, deren Paroliseifenblasen immer wieder im Nirwana zerplatzten. Nur der fahrlässigen Türk Gücü – Abschlussverwertung plus dem wiederholt bei den Rettungstaten Kopf und Kragen riskierenden Lembke verdankten es die Gastgeber, dass der Ball lediglich noch drei Mal im Netz zappelte und sich der finale Score – so hart es angesichts eines 0:7 auch klingt – noch in Grenzen hielt. Als einzig positiver Fakt dieses vermaledeiten Nachmittags werden wohl die ebenfalls ertragslosen Konkurrenzergebnisse haften bleiben, weshalb das Punktereservoir zur Abstiegszone fortan acht Punkte beinhaltet.      

          

Aufstellung: Lembke, Morris, Alkan, Babaei, C. Azevedo, Pontas (55. Sabbagh), Aldibo, Muth, Choynowski, Perchner (46. Al Hadid), M. Azevedo (80. Jimenez)

Tore: 0:1 Cakmak 8. 0:2 Alghabbash 14. 0:3 Hamidiar 40. 0:4 Özbak 48. 0:5, 0:6 F. Bilgin 66., 72. 0:7 Hamidiar 86.

Gelbe Karten: Morris, Babaei, Al Hadid / A. Bilgin, Özbak

Schiedsrichter: Clemens Riehl

 

Die unter der Woche stattfindende Kreisliga A – Runde (13./14.04.) findet ohne germanische Beteiligung statt (turnusgemäß spielfrei). Über die Feiertage ruht sowieso der Matchbetrieb, weshalb sich die Fußballfans am Ostersonntag auf das ein paar Kicketagen höher über die Bühne gehende Traditionsmeeting zwischen den beiden anderen blau-weißen Kultvereinen fokussieren können. Die erste Mannschaft des RSV ist erst in vierzehn Tagen (24.04., Anstoß 15Uhr30) als Gast von Croatia Griesheim wieder gefordert. Am „Dürren Kopf“ der benachbarten Zwiebelstadt gilt es dann, den direkten Rivalen auf Distanz zu halten respektive den Punktevorsprung zum Abstiegsrelegationsplatz zu verteidigen.

 

Das Kreisliga C – Team musste erneut eine unfreiwillige Pause einlegen (das Spiel gegen GW Darmstadt II fiel wegen Schiedsrichtermangel aus) und absolviert am Dienstagabend (12.04.) ihre nächste Partie bei SKG Gräfenhausen II (Kick-off 19Uhr30).