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Nerviges Déjà-vu für den RSV Germania 03: Wie schon in der Vorwoche beim Derby kostete den blau-weißen Kreisliga A – Kickern auch im Heimspiel gegen TSG 46 Darmstadt die allerletzte Matchszene wertvollen Bonus. Bis zur finalen Sekunde der Nachspielzeit verteidigte der Hausherr aufopferungsvoll seine lange geltende Führung, ehe eine abgezockte Individualperformance den Sieg in die Binsen verwies und den 1:1-Endstand reglementierte.

 

Aufgrund der Feldvorteile plus deutlich mehr Ballbesitz war der späte Ausgleich für die Fußballer vom Woog sicherlich nicht unverdient. Beim Blick auf die Medaillenkehrseite hätte zur Bilanzierung eines vor Augen schimmernden Heimdreiers allerdings auch niemand ein Veto einlegen können, weil die stark ersatzgeschwächte Elf von Coach Gösta Kiefer (dank der Nominierung von Zweitmannschaftsprotagonisten wuchs der Kader auf dreizehn Mann) mit den letzten Patronen fightend über sich hinauswuchs und den verzweifelt anrennenden 46ern bis zu deren Lucky Punch keine echte Ausgleichsmöglichkeit erlaubte.

 

Bissig und motiviert begrüßte der RSV die angereiste Auswahl. In der Anfangsviertelstunde kauften die Blau-Weißen ihrem Widerpart durch konsequentes Pressing und Forchecking den Schneid ab. Lohn des Startelans war die Führung. Rund achtzehn Meter vor dem Kasten schnappte sich Gordon Choynowski die Kugel, um mal wieder seinem Steckenpferd zu frönen: Dem Versand von direkten Freistößen. Wie der Standardvirtuose die Pille perfekt in den rechten Giebel zirkulierte, darf man getrost unter der Rubrik „traumhaft“ katalogisieren.

 

Spätestens nach der vom Referee verordneten Trinkpause Nummer Eins änderte sich dann das Partieverknüpfungsschema. Die TSG erhöhte sichtlich ihre Initiativenpräpotenz und beschränkte den Platzhirsch vorwiegend auf Abwehrmaloche. Dies klappte allerdings vorzüglich. Bis auf eine großartige Rettungstat von Keeper Christian Lembke unmittelbar vor der Halbzeitsirene besaß der Gast kaum gutklassige Chancen und biss auf undurchdringbaren Granit.

 

Zu Beginn der zweiten Hälfte schnupperte Antonios Pontas am vielleicht entscheidenden 2:0, fand aber in Goalie Christian Hüttenberger seinen Meister. Und so krabbelte der Zitteraal weiter über den Grünen Steg, auch wenn das 1:1 prinzipiell nie wirklich in der Luft lag. Das lag einerseits am überschaubaren Durchschlagseinfluss der 46er und insbesondere am tapfer sein Hab und Gut verteidigendes Germania-Bollwerk.

 

Die Richtung Sechzehner segelnden hohen Bälle wurden eine fette Beute des Innenverteidigertandems Fabian Kappes / Niza Alkan, bis Fortuna ihre Gunst dem Heimteam doch noch auf dem letzten Drücker entzog. Routinier Cengiz Arslanparcasi drehte sich dreimal um die Achse und vollstreckte zum abschließenden Score. Analog zur Lokalausgabe bei den Freien Turnern blieb keine Zeit für eine prompte Antwort, da der Unparteiische sofort danach den Zapfenstreichappell intonierte.

 

Ungeachtet des neuerlichen Zielgeradendämpfers gebührt der Germania auch unter Berücksichtigung aller Personalprobleme ein dickes Lob für die mannschaftliche Geschlossenheit. Und der Punkt kann vielleicht bei der Endabrechnung noch Gold wert sein, denn das Kreditvolumen zum Relegationsplatz vergrößerte sich durch die überraschende Niederlage von Croatia Griesheim im Kellerduell bei SKG Gräfenhausen auf acht Zähler.   

 

Aufstellung: Lembke, Kappes, Alkan, Babaei, Pontas, Choynowski, Muth, Aldibo, Ylitalo, M. Azevedo (43. Güclüdal, 63. Sabbagh, 88. Güclüdal), Perchner

Tore: 1:0 Choynowski 16. 1:1 Arslanparcasi 90. + 2

Schiedsrichter: Siegfried Roth

Gelbe Karten: Ylitalo / Katz

 

Auch wenn sich die „Reisespesen“ in Grenzen halten werden: Am kommenden Sonntag (03.04.) muss die Germania erstmals nach der Winterpause außerhalb der Pfungstädter Gemarkung dem Kreisliga A – Ball nachjagen. Nach vier Heimspielen plus dem Derby erklingt der echte Auswärtsdebütanpfiff 2022 um 15Uhr als Gast von Viktoria Griesheim II am Hegelsberg der Zwiebelstadt. Bereits zweieinhalb Stunden zuvor (Kick-off 12Uhr30) tritt die blau-weiße Kreisliga C – Auswahl nach der am Sonntag gegen den FC Arheilgen II quittierten 0:14-Packung beim Tabellennachbarn Spvgg Seeheim-Jugenheim II an.