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Am deutschen Wahlsonntag votierte der RSV Germania 03 eindrucksvoll für seinen zweiten Saisonsieg. „Gekämpft, gezaubert, gewonnen“: Die Mannschaft von Trainer Rouven Kornmann modifizierte die aktuell geltende 3G-Regel zu ihren Gunsten und feierte durch das 7:1 beim SV Weiterstadt einen echten Befreiungsschlag auf der Kreisliga A – Bühne.

 

Angesichts des überaus schwachen Saisonauftakts (sechs Pleiten aus den ersten sieben Rundenbegegnungen) rieben sich die mitgereisten Fans verwundert die Augen, denn solch eine Leistungsexplosion konnte man im Vorfeld sicherlich nicht einkalkulieren. Obwohl fortan noch einige Korsettstangen passen mussten (u.a. Kollbacher, Dommert), standen dem am Knie verletzten und deshalb derzeit auf Krücken angewiesenen Coach Kornmann im Gegensatz zum Hausherren (lediglich zwei Feldspieler auf der Bank) endlich mehr personelle Alternativen zur Verfügung. Dieser Umstand plus dem ersehnten Comeback des festen Glaubens in die eigene Stärke machte sich bezahlt.

 

Der Rasensportverein ließ sich selbst von einem frühen Rückstand nicht ins Bockshorn jagen und arbeitete peu á peu effektiv daran, dass in Weiterstadt der gordische Knoten mal so richtig platzt. Bereits kurz vor Schließung der Wahllokale übersprang das germanische Fraktionsbündnis die Fünftorehürde und erteilte sowohl „Jamaica“ als auch „Kenia“ eine Absage. Die Koalition in Weiterstadt bestand „nur“ aus einem auf Wolke Sieben schwebenden Zusammenschluss in Blau und Weiß.

 

Den in der laufenden Runde fast schon obligatorischen Dämpfer kassierte der RSV in der Anfangsphase. Nach einem Patzer im Mittelfeld schaltete der SVW blitzartig um und erzielte das 1:0. Doch das früh quittierte Defizit stachelte die Germania für wütende Erwiderungsmaßnahmen an. Gordon Choynowski veredelte einen von Christian Azevedo durch die Schnittstelle gezirkelten Pass zum Ausgleich und ebnete damit die Spur zur Proklamation des adäquaten Erfolgskurses.

 

Bis kurz vor der Pause überboten sich beide Parteien am Vergeuden gutklassiger Abschlussmöglichkeiten. Während RSV-Keeper Christian Lembke sich als sicherer Rückhalt erwies, verzweifelte vor allem Sven Muth bei mehreren Eins gegen Eins – Situationen am früheren Griesheimer Hessenligatorsteher Rene Blessing. Dass die Germanen dennoch mit einem knappen Vorsprung den Halbzeittee genießen durften, verdankten sie dem Durchsetzungsspirit von Leon Perkovic, der die Kugel unmittelbar vor dem Seitenwechsel entschlossen ins Netz beförderte.

 

Abschnitt Nummer Eins verlief trotz einem blau-weißen Chancenplus noch weitgehend auf Augenhöhe. Aber nach dem Re-Start machte der Gast unbarmherzig Nägel mit Köpfen. Michael Azevedo vollstreckte einen optimalen Zubringerdienst von Marc Perchner zum 3:1, das die Weiterstädter Mühlen für den einlochhungrigen RSV endgültig öffnete. Binnen acht Minuten zeigten sich Muth (2) und Perchner für die Budenaufstockung zum halben Dutzend respektive für die Demontage des Weiterstädter Widerstandswillens verantwortlich.

 

Das Platzieren des finalen Ausrufezeichens blieb dem Akteur vorbehalten, der mit dem ersten Nadelstich zum 1:1 das von einem günstigen Wind gesegnete Wendemanöver initiierte. Mit seinem eigentlich schwächeren rechten Fuß knipste Gordon Choynowski zum Endstand ein und vervollständigte dadurch die imponierende Rückanmeldung der germanischen Wettbewerbsfähigkeit im Kreisliga A – Universum.    

         

Aufstellungen: Blessing, Motzel (65. Rassa), Jovanovic, Mahr, Kahlous, Velagic, Kilic, Lindenkreuz, Imamovic, Klem, Worku

Lembke, Saric, Geppert, Buth, Zemelka (31. Perkovic), C. Azevedo (58. Boudouhi), Ylitalo (65. C. Azevedo), Choynowski, Perchner, Muth (68. Babaei), M. Azevedo (80. Ylitalo)

Tore: 1:0 Worku 10. 1:1 Choynowski 19. 1:2 Perkovic 45. 1:3 M. Azevedo 49. 1:4 Muth 59., 1:5 Perchner 62. 1:6 Muth 67. 1:7 Choynowski 86.

 

Nach der Verdopplung der bislang so mauen Saisonausbeute (von drei auf sechs Punkte) kann am kommenden Sonntag, dem Tag der Deutschen Einheit, gegen Croatia Griesheim (Anpfiff 15.30) nur ein Wunsch ganz oben auf der Prioritätenliste stehen: Die Verbesserung der Heimbilanz. Bislang schwärzen bei einem Torverhältnis von 1:14 vier Liganiederlagen die enttäuschende Zwischenbilanz im eigenen Fußballwohnzimmer. Diese Negativstatistik wollen die Germanen unbedingt aufhübschen, um so schnell wie möglich den abstiegsgefährdeten Tabellenregionen adieu zu sagen.

Das „Vorspiel“ bestreiten ab 12Uhr30 die zweiten Mannschaften der beiden Kontrahenten im Rahmen des achten Kreisliga C – Spieltags. Die germanische „1-B“ setzte am vergangenen Donnerstag (24.09.) mit einem deutlichen 8:0 über BG Darmstadt ihren Positivspurt fort und kletterte ins Tabellenmittelfeld. Das ursprünglich für den Sonntag geplante Match beim SV Weiterstadt II wurde auf den Dienstag (28.09., 19Uhr30) verschoben.