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Der RSV Germania 03 hat einen klassischen Fehlstart hingelegt. Dem vermeidbaren 1:2 zum Saisonauftakt in Erzhausen folgte im ersten Punktheimspiel seit Oktober 2020 eine sang- und klanglose 0:5-Abfuhr gegen den FC Ober-Ramstadt, weshalb die rote Kreisliga A – Laterne nach dem zweiten Spieltag bedrohlich am Grünen Steg blinkt.

 

Die berüchtigte Frage nach solchen Pleiten („War der RSV so schwach oder der FCO so stark?“) muss man mit „beides“ beantworten. Während die Gäste nach ihrem 4:0-Rundeneinstieg über die FTG vor Selbstvertrauen strotzten und mit einem harmonisch funktionierenden Mannschaftgefüge imponierten, spielten die erneut stark ersatzgeschwächten Hausherren nur die zweite Geige und rannten praktisch über die komplette Distanz der Musik hinterher. Wenn der angereiste Tabellenführer seine Chancen konzentrierter abgeschlossen hätte (u.a. zwei verballerte Foulelfmeter), wäre ein noch deftigeres Ergebnisdebakel die Konsequenz gewesen.

 

Gegenüber der Ouvertürenniederlage in Erzhausen musste Trainer Rouven Kornmann bei seiner Pflichtspielheimpremiere die Anfangself auf mehreren Positionen umbauen. Mit Sven Muth und Marius Kollbacher fallen zwei Leistungsträger wohl leider längerfristig verletzt aus. Zudem fehlten dem Coach Fouad Boudouhi (beruflich) und Michael Azevedo (Urlaub), so dass einige Kicker trotz Trainingsrückstand ihr Spielzeitdebüt feierten.

 

Ohne Anpassungsprobleme trumpfte der Ouvertürenspitzenreiter vom Fleck weg auf und warf sowohl seine körperlichen als auch technischen Vorteile in die Waagschale. Alleine Torwart Lukas Franke war es zu verdanken, dass es bis zur Pause „lediglich“ drei Mal im heimischen Kasten klingelte. In den entscheidenden Momenten kamen die Germanen gegen ihre gedankenschnelleren Herausforderer den berühmten Schritt zu spät, derweil die eigenen Angriffsbemühungen meist schon im Ansatz verpufften.

 

In der Halbzeit konnte man mit Galgenhumor konstatieren: Der RSV hatte sich dem miesen Wetter angepasst. Ein paar Stockwerke höher weinte Petrus ob des offensichtlichen Klassenunterschieds bittere respektive zahlreiche Tränen. Der Einbahnstraßenfußball fand auch in der zweiten Hälfte eine resignierende Fortsetzung. Glücklicherweise zählte das Verwandeln von Strafstößen nicht zu den FCO-Prioritätskompetenzen. Gleich drei Mal deutete der Schiedsrichter im germanischen Strafraum auf den Punkt. Ober-Ramstadt konnte allerdings nur ein Drittel des Elfmeterquantums nutzen – und das auch nur mit Dusel (der Ball kullerte trotz einer Franke-Parade in Zeitlupe über die Linie). Einmal fischte Franke den Ball aus dem Eck und beim dritten Versuch verhinderte das Aluminium weiteres Ungemach.

 

Dennoch stand in der Kehrausbilanz ein kassierter Fünferpack, der den geplagten Germanen schwer im Magen lag. Symptomatisch, dass FCO-Keeper Schneider erst kurz vor ultimo bei einem Schuss von Choynowski ernsthaft eingreifen musste. Am gerechten Ausgang der einseitigen Partie gab es an diesem gebrauchten Sonntagnachmittag rein gar nichts zu deuteln. Der Rasensportverein muss in der Kreisliga A zunächst ganz kleine Brötchen backen und darauf hoffen, dass mit der baldigen Rückkehr einiger Personaleckpfeiler plus einem dringend benötigten Erfolgsverlebnis der triste Aufenthalt im tiefsten Tabellenkeller eine Momentaufnahme darstellt.   

 

Aufstellung: Franke, C. Azevedo (56. Kornmann), Geppert, Buth, Zemelka, Perkovic, Babaei (46. Dommert), Neziraj (56. Ylitalo), Prediger, Choynowski, Perchner

Tore: 0:1, 0:2 Yildirim 16., 29. 0:3 A. Caglar 39. 0:4 Hanker 63. 0:5 A. Caglar 67. FE

Schiedsrichter: Wellmann / Lorsch

Gelbe Karten: Franke, Geppert, Perkovic, Choynowski, Prediger (alle RSV)

Besonderes: FCO verschießt zwei FE 50. (Franke pariert) & 80. (Z. Caglar Außenpfosten)

Spielbericht Homepage FCO

 

Am nächsten Sonntag (29.08.) besucht der RSV Germania 03 im Rahmen des dritten Kreisliga A – Spieltags und zum Auftakt einer englischen Woche mal wieder das Sportgelände am idyllischen Darmstädter Woog. Herausforder ist allerdings nicht der eigentliche Hausherr TSG 1846, sondern Co-Gastgeber Hellas (Anstoß 15Uhr30). Der griechische Klub verdankte in den vergangenen drei Jahren seinen jeweiligen Klassenerhalt einmal einer gewonnenen Relegation und dann zweimal hintereinander mehr oder weniger den Corona-Saisonabbrüchen.

 

Während der langen Pause hat der kommende Widersacher allerdings seinen Kader verstärkt und deshalb muss man von einem weitaus stärkeren Kontrahenten als bei den bis dato letzten Duellen während der Runde 19/20 (7:0 & 3:0 pro Rasensportverein) ausgehen. Eine Portion Zuversicht schanzt der Statistikblick zu, denn die Blau-Weißen entführten bei allen drei Begegnungen am Woog, in denen Hellas als Platzhirsch fungierte, die volle Punktzahl. Bereits um 12Uhr30 tritt das Kreisliga C – Team bei Germania Eberstadt II an. Auch die zweite RSV-Mannschaft verlor die ersten beiden Matches (zuletzt 0:2 gegen Erzhausen II) und will nun im Derby auf dem Waldsportplatz den Negativbock umstoßen.