Aktuelles

Die Vorfreude auf den Re-Start nach einer zehnmonatigen Punktspielquarantäne verpuffte im Glutofen des Sportplatzes an der Heinrichstraße. Im ersten Saisonligaaeinsatz 21/22 deutete beim Meisterschaftsmitfavoriten SV Erzhausen vieles auf ein torloses Remis hin, ehe der RSV Germania 03 in der Schlussphase das plötzlich dargebotene personelle Übergewicht konterkarierte und sich aufgrund überflüssig geöffneter Abwehrmühlen die entscheidenden Gegentreffer zur 1:2-Auftaktniederlage einhandelte.

 

Damit ging nicht nur die blau-weiße Kreisliga A – Auswahl erstmals seit fast einem Jahr (3:5 in Traisa), sondern auch Rouven Kornmann bei seiner Pflichtpremiere leer aus. Der neue RSV-Übungsleiter musste in Erzhausen auf mehrere noch im Urlaub weilende Leistungsträger verzichten. Aufgrund des dezimierten Kaders jettete der beruflich aktuell in München tätige Fouad Boudouhi sogar per Bahn von der Isar nach Erzhausen.

 

Sowohl die brütende Hitze als auch die Formkurvenungewissheit hemmten zu Beginn den beiderseitigen Aktionismus. Der Kampfeswille war hüben wie drüber ersichtlich, aber das spielerische Element und der finale Abschlusswille gingen den Protagonisten auf dem heißen Naturrasen zunächst noch abhanden.

 

Ein paar Halbchancen hier und da hellten die zuschauende Laune spürbar auf. Die beste Gelegenheit erarbeitet sich Sven Muth, der durch drei gegnerische Slalomstangen durchtanzte und dann durch einen beherzten Distanzkracher im glänzend reagierenden SVE-Keeper Marino Zoric seinen Meister fand. Weil auch der neue germanische Torsteher Lukas Franke ein souveränes Ligadebüt feierte, war die Tornulldiät zur Halbzeit eine logische Folge.

 

Im zweiten Abschnitt wechselten die Matchanteile permanent den Besitzer. Nach ungefähr einer absolvierten Stunde rochen die Germanen mehrfach an der Führung, doch Muth, M. Azevedo, Perchner und der sich selbst als Spieler aktivierende Coach Kornmann verpassten das während dieser Periode in der Luft liegende Erfolgserlebnis.

 

Eine Viertelstunde vor dem offiziellen Kehraus schien der RSV von der Wiedereinführung der Zehnminutenzeitstrafe zu profitieren, die ein Erzhäuser Kicker aufgebrummt bekam. Doch statt ruhig und ohne Hektik nach der sich bietenden Lücke zu fahnden, vernachlässigte der Gast seine defensive Absicherung. Das wurde von den lauernden Hausherren gleich in doppelter Version jäh geahnet. Binnen 180 Sekunden segelten praktisch von der Eckfahne Flanken in die Gefahrenzone, wo sich die Erzhäuser gegen ihre blau-weißen Widersacher behaupteten und das nicht mehr korrigierbare 2:0 herausballen durften.

 

Zwar tranken die Germanen dank eines direkt verwandelten Freistoßes von Michael Azevedo noch einmal aus dem Hoffnungsbecher, aber selbst die vom 67-jährigen (!) Referee Zirfass zugeschusterte extrem opulente Nachspieldauer von zehn Minuten und eine rote Karte für Erzhausen konnten den so überflüssig wie ein Kropf einzustufenden Ergebnisfehlstart nicht mehr verhindern.       

 

Aufstellung: Franke, C. Azevedo (85. Tammo Atie), Geppert, Buth, Zemelka, Kollbacher, Boudouhi, Neziraj (60. Kornmann), Muth, Perchner, M. Azevedo

Tore: 1:0 Albert 77. 2:0 Weidner 79. 2:1 M. Azevedo 88.

Gelbe Karten: Zimmermann, Bohn, Stein / C. Azevedo, M. Azevedo, Boudouhi, Zemelka

Besonderes: Zehnminutenstrafe Bohn (SVE) 75., Rote Karte Bozkurt (SVE) 90. + 2

Schiedsrichter: Franz-Josef Zirfass (Hofheim)

 

Am kommenden Sonntag (22.08.) dürfen die germanischen Fans erstmals seit Mitte Oktober 2020 wieder in ihrer traditionellen Fußballwohnstube an der Ostendstraße emotionale Ligaheimspielatmosphäre genießen – und das gleich in zweifacher Ausfertigung. Zunächst empfängt die zur Rundenouvertüre mit 0:4 bei KSG Brandau II ebenfalls in die Röhre schauende zweite Mannschaft zum Kreisliga C – Vergleich ab 12Uhr30 den SV Erzhausen II.

 

Um 15Uhr30 bestreitet dann das Kreisliga A – Team sein Pflichtspielcomeback vor eigenem Publikum gegen den FC Ober-Ramstadt, der nach dem 4:0 über die FTG als erster Tabellenführer seine Visitenkarte abgibt. Das erwartete Kickensemble aus "Owwer-Ramschd“ kletterte einst mit der am Sonntag sein 85. Wiegenfest zelebrierenden Trainerlegende  Lothar Buchmann ins Gruppenligagebirge (2004), aber nach dem dortigen Absturz 2008 raste der Fahrstuhl bis 2019 in die Kreisliga B hinunter. Erst der direkte Wiederaufstieg stoppte den freien Fall und führte das Vereinstandem RSV/FCO eigentlich wieder zusammen. Allerdings stornierte „Corona“ in der vergangenen Saison das Wiedersehen. Beide Partien mussten wegen der Pandemie abgesagt werden, so dass man jetzt mit Verspätung erstmals seit 2018 wieder die Klingen kreuzt.