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Falls nicht ein neuerlicher Pandemienackenschlag den in den letzten beiden Spielzeiten so drakonisch eingeschränkten Amateurfußball überschattet, beginnt am kommenden Sonntag (15.08.) nach einer langen Entzugsleidenszeit die Renaissance der Ligajagd nach Punkten und Toren. Die beiden Mannschaften des RSV Germania 03 starten jeweils auswärts in die Saison.

 

Vor dem Studium der sportlichen Aspekte bleibt zu hoffen, dass trotz der fortbestehenden Pandemiebedrohung diesmal die komplette Streckendistanz abgearbeitet wird. Nach zwei den zu hohen Inzidenzwerten geschuldeten Abbrüchen wäre ein diesbezüglicher „Negativhattrick“ für den unterklassigen Lieblingssport wohl kaum noch zu verkraften. Alle Daumen sind gedrückt, dass der Matchbetrieb nun endlich so reibungslos wie möglich über die Bühne geht.

 

Fast zehn Monate lagen die Ligatabellen brach. Die Kreisliga A – Auswahl des RSV Germania 03 verabschiedete sich am 18. Oktober 2020 mit einem 3:2 bei Türk Gücü Darmstadt von der Leinwand und kehrt jetzt am Sonntag beim SV Erzhausen  ins Rampenlicht zurück (Kick-off 15Uhr30). Das ist gleich ein enorm dickes Brett, welches Übungsleiter Rouven Kornmann bei seinem Pflichtspieldebüt bohren muss. Der Nachfolger von Erik Appel, der wieder am Arheilger Mühlchen seine Fußballbrötchen backt, konnte sich während der sieben Partien beinhaltenden Vorbereitungsphase ein Bild von seinen neuen Schützlingen machen.

 

Die erzielten Scores (zwei Siege stehen fünf Niederlagen gegenüber) sehen lediglich auf den ersten Blick negativ aus. Bei genauerer Betrachtung ist zu konstatieren, dass sechs der sieben Kontrahenten höherklassig gegen den Ball treten. Der Kader des Rasensportvereins hat sich im dritten Jahr en block kaum respektive nur um Nuancen verändert. Die Zuversicht lebt, dass nach zwei ordentlichen Abbruchpositionen im erweiterten Spitzengruppenareal der Rangierungskompass wieder Richtung obere Tabellenhälfte pendelt.

 

Als Favorit für die erste echte Bestandsaufnahme nach der qualvollen Fußballquarantäne gilt allerdings zunächst einmal der Hausherr. Erzhausen gehört zum engsten Kandidatenkreis hinsichtlich Meisterschaft und Aufstieg. Der frühere Hessenligist (2000-2006) baut auf eine fast komplett aus der umliegenden Region stammenden Truppe plus einen erfahrenen Trainer. Efkan Yildiz war Mitglied jenes Teams, das Anfang des Milleniums Hessens Beletage bereicherte und am Böllenfalltor, im Auestadion oder am Bornheimer Hang nachhaltige Visitenkarten hinterließ.

 

Nach dem finanziellen Kollaps 2006 ging es jedoch ähnlich rasend schnell wie zuvor bergauf den Bach hinunter. 2016 stürzte der Klub gar in die B-Klasse ab. Von diesem Tiefschlag erholte man sich peu á peu und neben dem Wiederaufstieg 2018 in die Kreisliga A glückte zudem die wirtschaftliche Konsolidation. Inzwischen ist der wieder optimistisch nach vorne schauende SVE sowohl auf als auch neben dem Platz wieder als vollständig genesen einzustufen.

 

Auch wenn die Spiele untereinander rar gesät sind, spricht die interne Statistik für den RSV. Von den ersten acht Duellen (76/77, 98-00, 15/16) konnten die Blau-Weißen bei zwei Remis sechs Aufeinanderpralls für sich entscheiden. Erst die letzte Konfrontation im Herbst 2019 mündete in der Resultatspleite Nummer Eins (2:3 zu Hause). Die drei danach terminierten Auseinandersetzungen fielen unisono „Corona“ zum Opfer. An der Erzhäuser Heinrichstraße ist die Germania ergo noch unbezwungen. Diese „Serie“ versucht die Elf von Rouven Kornmann beim Saisonauftakt zu verteidigen.             

 

Die zweite Mannschaft des Rasensportvereins behielt in ihrem abschließenden Testeinsatz die Oberhand und setzte sich am Grünen Steg gegen DJK/SSG Darmstadt II mit 4:2 durch. Nach einer ergebnistechnisch ausgeglichenen Vorbereitungsbilanz (je drei Siege und drei Niederlagen) reaktiviert auch das Team von Coach Ersin Güclüdal am Sonntag wieder den Punktspielalltag in der Fremde. Als erster Gastgeber der Kreisliga C - Runde 21/22 fungiert KSG Brandau II. Anstoß im größten Modautaler Ortsteil ist im 12Uhr30.