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Was für ein erquickender Schlagabtausch: Am neunten Kreisliga A – Spieltag kamen die Zuschauer auf dem Erzhäuser Kunstrasenplatz an der Heinrichstraße voll auf ihre Kosten. Beim dortigen Co-Gastgeber Türk Gücü Darmstadt drehte der RSV Germania 03 einen früh kassierten 0:2-Rückstand in einen umjubelten 3:2-Triumph und verbesserte sich im Klassement auf den dritten Tabellenrang.

 

Nach siebzehn Minuten mussten die mitgereisten RSV-Fans einen deftigen sportlichen Rückschlag einkalkulieren. Bis dahin bestimmte der Neuling das allererste Duell der beiden Vereine fast nach Belieben und führte vollauf gerechtfertigt 2:0, ehe eine taktische Umstellung und eine zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Anschlussbude wieder die Erfolgserlebnishoffnung reaktivierten. Im zweiten Durchgang präsentierte sich die Germania eiskalt und navigierte mit aller Entschlossenheit den Spitz auf Knopf stehenden Thriller in eine Happyend-Richtung. Ehe die nervenaufreibende Schlussphase inklusive sieben Minuten Nachspielzeit überstanden war, purzelten allerdings noch ein paar Schweißtropfen von der Stirn.

 

Vor dem Anstoß gab es erstmal ein herzliches Wiedersehen mit dem Türk Gücü – Trainerduo Aydin Kurt / Ates Sökmen, das sich aufgrund seiner aktiven RSV-Vergangenheit etliche Meriten im blau-weißen Trikot verdient hat. Mit dem Kick-off wurde aber für das Spiel die alte Bande ins zweite Glied gerückt. Der technisch versierte Aufsteiger kaufte den Gästen schnell den Schneid ab. Gegen den optisch schön anzuschauenden Kombinationsfußball fahndete die Germania zu Beginn vergeblich nach Paroli-Maßnahmen.

 

Für das logische Defizit knipste Cengiz Gökcen durch einen unhaltbaren Direktschuss ins Gehäuse. Das spielerische und auch kämpferische Übergewicht von Türk Gücü wurde ein zweites Mal belohnt, als sich die Germania nach einem eigenen Angriffsversuch einen überfallartigen Konter einfing, den Furkan Can Bilgin überlegt finalisierte, indem er den Ball routiniert über die Linie bugsierte.

 

Zu diesem Zeitpunkt musste es einem um den Rasensportverein Angst und Bange werden, zumal die osmanische Mannschaft weitere dicke Chancen liegen ließ. Coach Erik Appel reagierte auf das drohende Ungemach und schickte Mitte der ersten Hälfte den lange verletzten Michael Azevedo als zweite Sturmspitze auf das Grün. Diese Maßnahme hatte eine Blitzrendite zur Folge, denn der 180 Sekunden zuvor mit der ersten RSV-Gelegenheit noch gescheiterte Joaquin Campos Ramm Doman drückte unter gütiger Mithilfe des patzenden TG-Keepers Mustafa Özkan die Kugel zum 1:2 in die Maschen.

 

Konsequenz dieses Zuversicht-Comebacks war, dass auf dem Monitor eine völlig veränderte Sendung ablief. Die Germania hatte ihre Scheuklappen auf die Müllhalde geworfen und drängte auf den Ausgleich, der sich allerdings (noch) in den Schlupflöchern versteckte.

 

Zum Prolog des zweiten Abschnitts wurde das blau-weiße Aufholbegehren beinahe konterkariert, aber eine Sekunden vor dem Einschlag vollzogene Rettungstat von Ramm Doman und ein knapp über den Kasten zischender Kopfball begünstigten die Dramafortsetzung. Danach demonstrierten die Germanen, dass das hüben wie drüben weit geöffnete Visier aus ihrer Sichtweise etwas besser funktionierte.   

 

Sven Muths Egalisierung (Endabnehmer einer perfekten Spielstafette) leitete endgültig die Wende ein. In der 70. Minute fand Marius Kollbacher die Spur durch die gegnerische Schnittstelle. Der abgesendete Optimum-Pass setzte Gordon Choynowski in Szene, der die Murmel mit seiner starken linken Klebe aus kurzer Entfernung zum 3:2 pro Rasensportverein ins Ziel schweißte.

 

Türk Gücü steckte selbstredend nicht auf und überflutete den germanischen Sechzehner mit hohen Hereingaben. Doch das Bollwerk war auf der Hut und verteidigte aufopferungsvoll das erworbene Guthaben. Selbst die siebenminütige Extratime warf die Mannschaft von Erik Appel nicht mehr aus der Bahn, auch weil Glücksgöttin Fortuna bei einem Freistoß ans Lattenkreuz ihr Füllhorn über den Germanen ausschüttete.

 

Der erlösende Schlussgong bugsierte den sich aufgrund der tollen Moral ein Gesamtlob abholende RSV auf die dritte Stufe im Kreisliga A – Ranking.     

 

TG: Özkan, Özcelik, Kühlah, Akbas (61. Karaca), Aykir, Alghabbash, Gökcen (75. Özbak), Memolla (67. Karadas), Bilgin, Tekinöz, Cakmak

RSV: Appel, Geppert, Zemelka (25. Azevedo), Ramm Doman, Boudouhi, Platonow, Kollbacher, Dommert (90. + 4 Winkel), Ylitalo (46. Neziraj), Choynowski, Muth

Tore: 1:0 Gökcen 3. 2:0 Bilgin 17. 2:1 Ramm Doman 29. 2:2 Muth 53. 2:3 Choynowski 71. 

Schiedsrichter: Uwe Schwaier (verdiente sich eine glatte Eins mit Sternchen, war immer Herr der Lage und musste trotz der hitzigen Atmosphäre dank seiner souveränen Performance keine einzige gelbe Karte zücken)

Bilder vom Spiel

 

Falls uns der nervende Corona-Himmel nicht vollends auf den Kopf fällt, geht der germanische Ligawettkampf am kommenden Sonntag (25. Oktober) in die nächste Runde. Der Terminplan sieht einen Doppelheimspielnachmittag vor. Auf der Kreisliga C – Plattform  bitten ab 12Uhr30 die kickenden Zweitabteilungen des Rasensportvereins (verlor am Sonntag 0:2 bei Kamerun Darmstadt) und von Croatia Griesheim zum Punktetanz. Nach der Hygienepause stehen sich dann die Kreisliga A -  Mannschaften gegenüber (Anstoß 15Uhr30). Seit der Matchpremiere 2015 konnte die Germania vier von fünf Begegnungen gewinnen und schaute nur im Dezember 2017 in die Röhre (0:1 am kultigen „Dürren Kopf“). In den bis dato erst zwei absolvierten Heimspielen gegen Croatia ließen es die blau-weißen Stürmer krachen (6:2 & 5:2). Wir drücken die Daumen, dass diese kleine Serie hält und wünschen beiden RSV-Teams den bestmöglichen Erfolg.