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Früh in Rückstand geraten, in der zweiten Hälfte dank zwei Buden von Patrick Geppert das Match gedreht und kurz vor dem Schlussgong den selbst verschuldeten Ausgleich kassiert: Auch das zweite Kreisliga A – Heimspiel war nichts für schwache Nerven. Am Mittwochabend trennte sich der RSV Germania von der SG Modau nach einem turbulenten Duell 2:2 und bilanziert vier Punkte aus den drei bislang absolvierten Begegnungen.

 

Jannis Neher aus Heppenheim stand direkt nach dem Kehraus freundlicherweise Rede und Antwort und beantwortete geduldig die Fragen nach seinem vorletzten Thrillerpfeifensignal. In der zweiten Extratime-Minute wandelte der gut leitende Schiedsrichter einen Freistoß für die Germania am eigenen Sechzehner in einen selbigen für Modau um, weil ein RSV-Spieler den Ball zurück zu Keeper Erik Appel spielte, dieser den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand aufnahm und den Freistoß nochmal ausführen wollte. „Ich musste dies als Handspiel ahnden und deshalb Freistoß pro Modau entscheiden. Sicherlich ärgerlich für die Germania, aber gemäß Regelwerk korrekt“ erläuterte Jannis Neher.

 

Durch diese kuriose Metamorphose war das dicke Ende vorprogrammiert. Konstantin Becker hämmerte die Kugel zum 2:2-Endstand in die Maschen und kurz darauf signalisierte der Referee Schicht im Ostendstraßenschacht. Fehler sind im Fußballsport menschlich und deshalb verbietet es sich, auch nur den Hauch eines Vorwurfs an die Adresse des germanischen Spielertrainers zu richten, zumal Erik Appel im Verlauf der regulären Spielzeit seine Mannschaft durch einige Rettungstaten vor weiterem Flurschaden bewahrte. Die abschließende Egalisierung des umkämpften Vergleichs zweier Teams auf Augenhöhe war aus germanischer Sicht selbstredend unglücklich, aber beim Resümee der kompletten Distanz durchaus gerecht.

 

Vor den Augen des sich bei der zurückliegenden Partie in Schneppenhausen schwere Verletzungen zuziehenden und lange ausfallendem Tandems Dario Bianco (Kreuzbandriss) und Michael Azevedo (Handgelenkbruch), dem wir einen schnellen und problemlosen Heilungsprozess wünschen, schluckte der Rasensportverein auf dem vom Flutlicht überstrahlten Kunstrasenterrain während der Frühphase eine bittere Pille. Das bereits neunte Saisongegentor resultierte aus einem fast von der Eckfahne abgesendeten SGM-Einwurf, der die Gästelufthoheit aktivierte (sowohl Verlängerung als als unhaltbarer Abschluss per Kopf).

 

Die Nachwehen des schnellen Dämpfers hielten praktisch bis zum Seitenwechsel an. Zwei brauchbaren RSV – Chancen (Ylitalo und Choynowski scheiterten an Goalie Andre Bartsch) hielten der kompakt auftretende SGM mehrere gute Gelegenheiten dagegen. Allerdings fanden die „Murrer“ im Paraden-Repertoire von Erik Appel ihren Meister.

 

Im zweiten Abschnitt feierte Fouad Boudouhi sein verspätetes Saisondebüt, was die blau-weiße Defensivabteilung merklich stabilisierte. Der RSV nahm nun das Heft des Handelns in die Hand und beschränkte die Gäste auf die Verteidigung ihres Strafraums. Nach einer guten Stunde beseelte der inzwischen längst verdiente Ausgleich den heimischen Seelenfrieden. In Folge einer interessanten Eckenvariante lenkte Ylitalo die Pille flach in die Gefahrenzone, wo sie zum aufgerückten respektive entschlossen vom Elfmeterpunkt abziehenden  Verteidiger Geppert durchrutschte.

 

Der ansonsten nicht gerade als Torjäger bekannte Patrick Geppert hatte dadurch scheinbar offensives Blut geleckt. Nach einem Freistoß Kollbachers köpfte er eine Viertelstunde vor ultimo erst Keeper Bartsch an und drückte dann den Abpraller zum umjubelten 2:1 resolut über die Linie. Wie gegen Griesheim II anderthalb Wochen zuvor funktionierten also die germanischen Aufholjagdkünste, bis die nicht aufsteckenden Modauer durch die  Freistoßirritationen der Nachspielzeit das finale Wort für sich beanspruchten.     

      

RSV: Appel, Ramm Doman, Geppert, Saric, Platonow, Kollbacher, Prediger (46. Boudouhi), Choynowski, Ylitalo, Muth (70. Dommert), Perchner (88. Siddiqi)

SGM: Bartsch, Soffia, Mertz, Dietrich, Tartarelli, Firinu, Herper (61. Halm), Becker, Özkaya, Fröhlich (15. Sättler, 67. Schwerer), Adedokun

 

Tore: 0:1 Becker 6. 1:1, 2:1 Geppert 60., 74. 2:2 Becker 90. + 3

 

Schiedsrichter: Jannis Neher aus Heppenheim

 

Gelbe Karten: Ramm Doman, Kollbacher, Saric / Becker, Özkaya, Adedokun

 

Am Sonntagnachmittag (20.09.) schließt die Germania mit dem vierten Rundeneneinsatz die erste von zwei aufeinander folgenden englischen Wochen bei DJK/SSG Darmstadt ab. Wie schon in der vergangenen Saison steckt der nächste Gastgeber auch heuer wieder im Tabellenkeller fest. Nur dem „Corona-Abbruch“ verdankte es der einstige RSV-Verbandsligarivale, dass er heuer fortan in der Kreisliga A mitwirken darf. Allerdings sollte das zurückliegende Duell Warnung genug sein, keinerlei Unterschätzungsallüren zu demonstrieren. Vor rund einem Jahr tourte der Rasensportverein als klarer Favorit zum Außenseiter und geriet nach einer unterirdischen ersten Hälfte mit 1:4 in Rückstand, ehe die Mannschaft von Erik Appel im zweiten Abschnitt endlich ihr Potenzial abrief und das denkwürdige Duell noch 7:5 (!) für sich entscheiden konnte. Anstoß am Müllersteich ist um 15Uhr30. Drei Stunden zuvor (Kick-off 12Uhr30) bestreitet das optimal gestartete „1-B“ – Team (zwei Spiele – zwei Siege) seine dritte Saisonverpflichtung bei SKG Roßdorf II und versucht auch dort, die weiße Kreisliga C – Weste nicht zu beschmutzen.