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Anders wie beim Saisoneinstieg vor Wochenfrist gegen den SC Griesheim II (5:4) waren erneut vier kassierte Gegentore am zweiten Kreisliga A – Spieltag nicht zu kompensieren. Beim FSV Schneppenhausen quittierte der RSV Germania 03 die erste Punktspielniederlage seit 10 ½ Monaten respektive in diesem Jahr. Weitaus schlimmer als das sportliche Negativergebnis wiegt der Ausfall von zwei Spielern, die verletzt ins Krankenhaus transportiert werden mussten.

 

Acht kassierte Treffer in zwei Partien decken schonungslos auf, wo zum Rundenbeginn der Schuh drückt. Auch im Weiterstädter Stadtteil wurden die Defensivarbeitsfehler schonungslos bestraft. Unter den Strahlungseinwirkungen der unbarmherzig brennenden Sonne wehrte sich das germanische Team nach dem verdienten 0:2-Halbzeitrückstand  und durfte dank der  Anschlusseinlochung von Marc Perchner wiederum auf eine effektive Aufholjagd hoffen, ehe zwei weitere Patzer dem spärlich mitgereisten RSV-Anhang die Kerbsonntaglaune endgültig vermieste (wie vor exakt einem Jahr führte der Spielplan den blau-weißen Tross zur Pungschter Kirchweih nach Schneppenhausen). Zu allem Überfluss zogen sich Michael Azevedo und Dario Bianco schwere Blessuren zu und drohen länger auszufallen.

 

Das Empfangskomitee auf dem schucken Sportplatz „An der Trift“ bestand neben Obmann Alex Klaus aus der germanischen Vereinslegende Torsten Schambach. Das „Hans-Zitat“ musste umgeschrieben werden – und zwar in „Schambes Dampf in allen Gassen“. Der schon lange für den FSV wirkende RSV-Rekordspieler der vergangenen vierzig Jahre (492 Pflichtspieleinätze) betätigte sich bei den Hausherren als Linienrichter, Wasserversorger und sogar als Corona-Sicherheitsbeauftragter. Respekt!

 

Ähnlich wie vor zwölf Monaten schluckte die Mannschaft von Trainer Erik Appel auch beim Kerbmatch-Remake 2020 früh eine bittere Pille. Tim Saric versuchte sich am Rande des eigenen Sechzehners als Slalomläufer, blieb aber an den gastgebenden Stangen hängen. So durfte FSV-Spielertrainer Cengiz Arslanparcasi (trug 09/10 auch mal das Gruppenligatrikot des Rasensportvereins) Maß nehmen und zirkelte den Ball unhaltbar ins lange Eck.

 

Der Blitzdämpfer zeigte Wirkung. Die Germanen konnten sich vorne gegen die rigorosen Abwehrrecken kaum entfalten und offenbarten fortan nach hinten Schwächen. In Folge eines weiten Diagonalpasses von Gianluca Dietrich steuerte Alexander Mudrak völlig blank auf Keeper Appel zu und überwand ihn mit einem abgebrühten Heber. Das nicht wirklich berauschende Bild der ersten Hälfte komplettierte eine höchst unglückliche Aktion nach dem 0:2. Marius Kollbacher aktivierte seine linke Klebe, traf allerdings nur seinen Teamkameraden Michael Azevedo aus kurzer Entfernung, so dass dieser das Feld mit Verdacht auf Handbruch verlassen musste.

 

Ungeachtet aller Rückschläge steigerte sich zur Ouvertüre des zweiten Abschnitts die germanische Gegenwehr. Zwar besaß der Platzhirsch fortan gute Chancen, doch auch im entgegegen gesetzten Strafraum klingelten jetzt die Alarmglocken. Mit dem Rücken zum Gehäuse stehend sorgte Marc Perchner durch einen herrlichen „Standrückzieher“ für das Zuversichtscomeback. Und hätte der gleiche blau-weiße Akteur eine Viertelstunde später eine zu kurze Rückgabe von Jeffry Kling zum Goalie nicht nur erlaufen, sondern auch vollendet, wäre das Wendemanöver wieder perfekt gewesen.

 

Doch Konjunktive bringen im Fußballsport bekanntlich herzlich wenig und so machte der cleverer und abgezockter agierende FSV mit zwei Buden den Sack zu. Zwischen den finalen beiden Nadelstichen humpelte von helfenden Händen gestützt Dario Bianco vom grünen Terrain. Auch diese Aktion sah nicht gut aus und lässt leider eine längere Auszeit vermuten. Wir wünschen Michael Azevedo und Dario Bianco natürlich bei den genaueren Untersuchungen eine „Schadensbegrenzung“ plus komplikationsfreier Genesung und dass sie so rasch wie möglich wieder toppfit an Bord sind.     

 

FSV: Naoum,Kling, Francioso (50. Acar), Dehmer, Aydogan, Dittrich, Bairi (46. Hamyede), Mudrak (61. Hassan), Weichel, E. Arslanparcasi, C. Arslanparcasi

RSV: Appel, Bianco (77. Platonow), Geppert, Saric, Platonow (71. Ramm Doman, 90. Babaei), Bianco, Kollbacher, Choynowski, Ylitalo, Muth, Azevedo (41. Muth), Perchner

Tore: 1:0 C. Arslanparcasi 6. 2:0 Mudrak 20. 2:1 Perchner 55. 3:1 E. Arslanparcasi 78. 4:1 Dittrich 90. + 3

Schiedsrichter: Klaus Schneider aus Groß-Gerau

Gelbe Karten: Kling, Francioso, E. Arslanparcasi, Hassan / Perchner, Ylitalo, Platonow, Bianco

Bilder vom Spiel

 

Die kickende Garde des RSV Germania 03 landete ergo am zweiten Spieltag auf dem Boden der Tatsachen und muss sich nach der „Hitzeschlacht“ von Schneppenhausen schnell regenerieren, denn die englischen Wochen fordern nun ihren Erfüllungstribut. Bereits am kommenden Donnerstag (17.09.) steht die dritte Saisonhürde auf dem Zettel. Hierfür empfängt das Kreisliga A- Team zur zweiten Herausforderung von insgesamt fünf Partien binnen vierzehn Tagen (!) den Aufstiegsmitfavoriten SG Modau an der Ostendstraße (Anstoß 19Uhr30).

 

In der vergangenen Abbruchspielzeit verloren die Germanen in „Murre“ 0:3, während die geplante Rückkampfrevanche Corona zum Opfer fiel. Die Pleite im Ober-Ramstädter Stadtteil (Ende Oktober 2019) war bis zur ertraglosen Dienstreise nach Schneppenhausen als letzte Punktspielniederlage notiert. Trotz dem Bewusstsein der Aufgabenschwere und der Tatsache, dass 2020 erst zwei Ligapartien im eigenen Wohnzimmer stattfanden (beide gewonnen), hofft der Rasensportverein, dass die diesbezügliche „weiße Weste“ nach der dritten Saisonrunde nicht in die Waschmaschine muss. 

 

 

Im Vergleich zur „Ersten“ gibt es von der „Zweiten“ weitaus erfreulichere sportliche Kunde. Die Jungs von Coach Ersin Güclüdal triumphierten beim „Vorspiel“ in Schneppenhausen gegen den heimischen „1-B-Kollegen“ 4:2 und sitzen mit einer makellosen Anfangsbilanz (zwei Matches – sechs Zähler) gleichauf mit Primus FC Arheilgen II auf dem zweiten Tabellenrang der Kreisliga C. 

Bilder vom Spiel